Im Bildungsausschuss Delmenhorster Kultureinrichtungen stellen Jahresberichte vor

Von Marco Julius

Die „Burginselträume“, vom Kulturbüro veranstaltet, verwandelten im Mai 2017 an zwei Abenden die Burginsel in ein Lichtermeer. Archivfoto: Klaus WarninghoffDie „Burginselträume“, vom Kulturbüro veranstaltet, verwandelten im Mai 2017 an zwei Abenden die Burginsel in ein Lichtermeer. Archivfoto: Klaus Warninghoff

Delmenhorst. Im Bildungsausschuss stehen am Donnerstag, 5. April, die Jahresberichte der städtischen Kultureinrichtungen im Fokus. Sie müssen mit jeweils kleinen Budgets auskommen.

Frohe Botschaften für die städtischen Kultureinrichtungen sehen anders aus, aber die sind einiges gewohnt. „Die personelle Ausstattung bleibt knapp bemessen und hat sich in den letzten Jahren auch nicht erhöht. Die allgemeine Finanzsituation der Stadt Delmenhorst ließ auch im städtischen Haushalt 2018 keine zusätzlichen Spielräume für bauliche Investitionen in den Einrichtungen zu.“ Die Verwaltung macht in der Vorlage für den für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur, der am Donnerstag, 5. April, ab 17 Uhr in der Mensa des Wilms-Gymnasiums tagt, keinen Hehl daraus, dass sich die Schatulle für das Kulturbüro, die Stadtbücherei, die Musikschule, das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur und die Städtische Galerie nicht weiter öffnen wird. Die Verwaltung setzt auf Eigenmotivation: „Auch in diesem Jahr wird die kulturelle Arbeit durch die hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen Häusern mit ganz viel Leidenschaft weitergeführt“, kündigt sie an. In der Sitzung soll ein Ausblick gegeben werden, zuvorderst stellen die jeweiligen Leiter aber die ausführlichen Jahresberichte 2017 vor.

Besucherplus in Städtischer Galerie

Das städtische Kulturbüro blickt demnach auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Trotz vorübergehender Verringerung der Personalstärkeaufgrund einer längeren Fortbildung realisierte das zwei Personen starke Team 25 Veranstaltungen und begeisterte damit über 5700 Besucher, heißt es in dem Bericht. 4790 Besucher konnten bei Veranstaltungen mit Eintritt verbucht werden. Die Zahl liegt in etwa auf dem Niveau von 2016.

Mit einem deutlichen Besucherplus hat die Städtische Galerie Delmenhorst das Jahr abgeschlossen. 11986, fast 3500 mehr als noch im Vorjahr, sind gekommen. Doch Galerie-Leiterin Annett Reckert warnt, dass das Gebäude nach außen nach wie vor auf viele, vor allem jüngere Delmenhorster wie eine Trutzburg wirke, deren Bestimmung sie nicht kennen. Sie sagt: „Was fehlt, ist eine weithin sichtbare Information und Werbung am Haus wie auch eine verstärkte Präsenz im Internet und ein Engagement in den sozialen Medien. Für all diese Dinge fehlen die Voraussetzungen, Budget und Personal.“

Die Stadtbücherei hat nach einer Bevölkerungsanalyse 2017 ihren Bestand der Belletristik sowie der Kinder- und Jugendliteratur ausgebaut. Der Bereich Sachliteratur hingegen wurde verkleinert und inhaltlich überdacht. Das geringe Minus bei Entleihungen und Besuchern im Vergleich zum Vorjahr erkläre sich durch drei zusätzliche Schließtage. 2017 zählte die Stadtbücherei 66436 Besucher.

Mehr Schüler an der Städtischen Musikschule

Die Musikschule der Stadt hat 2017 eine leichte Steigerung der Schülerzahlen verzeichnet. Zu den Höhepunkten des Jahres zählt mit Sicherheit das erste Konzert des neu gegründeten Städtischen Orchesters Delmenhorst, das unter dem Dach der Schule angesiedelt ist.

Sammeln, Erforschen, Vermitteln, Ausstellen – das sind Aufgaben des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur. Die Zahl der Besucher konnte 2017 auf 16581 gesteigert werden, Bestwert im Sechs-Jahres-Vergleich. Es ist aber vor allem die Messe Handmade, die Zuschauer ins Haus holt. Derzeit arbeitet die Führung des Hauses an einem neuen Konzept.