Kunstprojekt soll Bürger vereinen Delmenhorster nutzen Kunst als Medium der Integration

Von Elena Dohrmann

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Ein Kunstprojekt, das verbindet: Künstlerin Marietta Armena inmitten der Teilnehmer (vorne v.l. ) Gabriel, Elena, Niksan und Pavel sowie (hinten v.l.) Emy, Elisabeth, Fahima und Anton mit Anke Wolf ( Awo) und Marie-Christine Janocha (Diakonie; hinten 3. und 2. v.r.). Foto: Elena DohrmannEin Kunstprojekt, das verbindet: Künstlerin Marietta Armena inmitten der Teilnehmer (vorne v.l. ) Gabriel, Elena, Niksan und Pavel sowie (hinten v.l.) Emy, Elisabeth, Fahima und Anton mit Anke Wolf ( Awo) und Marie-Christine Janocha (Diakonie; hinten 3. und 2. v.r.). Foto: Elena Dohrmann

Delmenhorst. Mithilfe von Kunst die Kommunikation und Integration in Delmenhorst erleichtern. Diese Intention steht hinter dem Projekt „Wir bauen Brücken“ des Familienzentrums Wolle. 

„Jeder hat eine eigene Geschichte“ erzählt Marietta Armena, freischaffende Künstlerin aus Bremen, während sie auf die Malereien hinter sich blickt. Sie leitet das Projekt „Wir bauen Brücken − Kunst als Medium der Integration“ im Zuge der Veranstaltungsreihe „Kunst im Wollepark“. Stolz präsentiert die gebürtige Armenierin die Ergebnisse des Kunstkurses, die noch bis Ende April in der Sparkassenfiliale Bahnhofsstraße ausgestellt sein werden. 20 Teilnehmer aus Ländern wie der Türkei, Syrien und Armenien konnten mithilfe von Pinsel und Farbe ihre eigene Geschichte erzählen. So lassen sich auf den Bildern Traditionen der Herkunftsländer sowie die Zukunftswünsche der Kinder und Erwachsenen erkennen. Marietta Armena, die selbst seit 25 Jahren in Deutschland lebt, erzählt, dass sie mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hatte, als sie, wie sie erzählt, in ihre „zweite Heimat“ gekommen ist. Sie wünscht sich, dass die Berührungsängste der Bürger verschiedener Stadtteile Delmenhorsts abgebaut werden. Man dürfe keine Angst vor fremden Kulturen haben. „Mit den Bildern erzählen wir unsere Geschichte, setzen uns mit dieser auseinander und können dadurch auch zu Anderen finden“ beschreibt die Künstlerin das Ziel des Projektes. 

„Wir haben eine zweite Heimat gefunden“

Viele Teilnehmer verspüren eine Sehnsucht nach ihrem Heimatland, fühlen sich in Delmenhorst jedoch sehr wohl. Eines der Kinder malt die Kirche, ein anderes die Schule, die es gerne besucht. „Ich weiß, wie schwer es ist, in einem Land zu leben, ohne dessen Sprache zu sprechen“ klärt Armena über die Probleme der Teilnehmer auf. Die Kunst aber, sagt sie, besteht als Medium der Kommunikation untereinander. Die Aktion besteht seit letztem Jahr und wird vom Familienzentrum Wolle, einer Kooperation aus der Awo und der Diakonie, organisiert. Das nächste Projekt steht schon in Planung, erzählt Anke Wolf von der Awo. Dann werden mithilfe von kreativen Tätigkeiten erneut „Brücken gebaut“.


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