Taten auch in Delmenhorst begangen Opfer der Einbruchserie schildern das Erlebte

Von Ole Rosenbohm

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Delmenhorst/Oldenburg. Im Oldenburger Landgericht haben sich am Dienstag die Opfer einer Einbruchsserie in der Region die Klinke in die Hand gegeben.

Gleich sieben von ihnen schilderten dem Gericht ihre Geschichte. Abgeschlossen ist sie für die meisten nicht – auch aus Angst, so ein Einbruch könnte sich wiederholen. „Seitdem habe ich noch nie so oft aus dem Fenster geguckt“, schildert ein Mann. „Ätzend ist das, ich bin immer noch ziemlich sauer.“ Eigentlich, sagt er, müssten die Täter ein riesiges Schmerzensgeld zahlen.

Aus 24 Fällen sind inzwischen 26 geworden

Seit Februar läuft der Prozess, angeklagt sind fünf Männer, unter anderem aus Delmenhorst, im Alter von 26 bis 39 Jahren. In unterschiedlicher Besetzung sollen sie in den vergangenen beiden Jahren 26 Einbrüche begangen haben. Erst hieß es, es seien 24 Fälle. Aber die Ermittler forschen auch nach der ersten Anklageerhebung weiter.

Arglos waren die Opfer eher nicht. Viele hatten Schlösser an den Fenstern, einer eine Kamera vor dem Haus installiert. Die Bilder zeigen einen Mann, der an der Haustür klingelt. Als niemand öffnet, geht er. Freie Bahn. Kurz danach beginnt der Einbruch.

Bilder der Verwüstung nach den Einbrüchen

Den meisten Opfern zeigt sich nach der Tat ein Bild der Verwüstung: Schränke durchwühlt, Schubladen ausgekippt, Gläser kaputt – Chaos. Weg sind Spardosen, Schmuck, Elektronik, Parfüm (sogar angebrochenes) oder Alkoholika. Einem Bestohlenen fehlen Motorsägen, ein anderer vermisst sein BVB-Trikot. In Westerstede schleppten die Einbrecher einen geschlossenen Tresor per Schubkarre aus der Garage in einen Wald. Innen haben sie, berichtet das Opfer, Flaschen zerschmissen und mit einem Feuerlöscher hantiert. Es geht noch schlimmer: In drei Fällen setzten sie ganze Häuser unter Wasser.

Bewohner von den Tätern ausgespäht

Oft waren die Bewohner tagelang weg, offenbar gut von den mutmaßlichen Tätern ausgespäht. Manchmal war es aber auch eng. In einem Fall hörte die Tochter Musik im Kinderzimmer, bekam nichts mit. Die Eltern waren, berichtete der Vater, zwischendurch sogar zu Hause, um Einkäufe abzuladen. Möglich, dass die Täter da schon durchs Fenster der Abstellkammer eingestiegen waren.

Am Mittwoch, 11. April, wollen sich die Angeklagten erstmals zu ihrer Tat äußern.