Kritik an Wohnungsmarktbericht Nabu bestreitet Baugebiet-Bedarf in Delmenhorst

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Der Nabu erneuert in seiner Stellungnahme zum Wohnungsmarktbericht die Kritik an Baugebiets-Plänen, wie hier beim Protest gegen das Baugebiet Am Heidkamp im Delmenhorster Rathaus. Foto: Nabu/ IngenbleekDer Nabu erneuert in seiner Stellungnahme zum Wohnungsmarktbericht die Kritik an Baugebiets-Plänen, wie hier beim Protest gegen das Baugebiet Am Heidkamp im Delmenhorster Rathaus. Foto: Nabu/ Ingenbleek

Delmenhorst. Die Delmenhorster Gruppe des Naturschutzbundes mahnt an, dass der Wohnungsmarktbericht der Stadt Reserven im Bestand und bereits entstehende Baugebiete besser berücksichtigen müsse. Ausreichend großen Einfamilienhäusern stehen aus Nabu-Sicht immer mehr kleine Haushalte gegenüber.

In einer kritischen Stellungnahme zum Delmenhorster Wohnungsmarktbericht 2018 spricht sich die Delmenhorster Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) klar gegen große Neubaugebiete am Stadtrand aus, da dafür kein Bedarf bestehe. Zwar falle der Bericht 2018 nachvollziehbarer aus als der von 2016, aber dem Bedarf würden „wiederholt keine Daten über Reserven im Bestand und Potenziale der noch in Bearbeitung befindlichen Baugebiete gegenübergestellt“, rügt Yvonne Ingenbleek, Nabu-Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung.

Nachholbedarf bei Mehrfamilienhäusern

Obwohl die Einwohnerzahl bis 2011 stetig gesunken sei, kämen seit 2000 jährlich knapp 200 Wohneinheiten hinzu. Schon jetzt handle es sich zu 75 Prozent um Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, Tendenz steigend. Demgegenüber seien 56 Prozent der Wohngebäude Ein- und Zweifamilienhäuser – ein Bedarf an noch mehr großen, neuen Einfamilienhäusern sei da nicht nachvollziehbar, analysiert der Nabu. Investoren hätten den Nachholbedarf bei Mehrfamilienhäuser erkannt, was sich auch darin zeige, dass 70 Prozent der Baugenehmigungen Wohnungen und kleinere Einfamilienhäuser betreffen. Der Wohungsmarktbericht führt dies eher auf den Bauland-Mangel zurück.

Nabu warnt vor Vergleich mit Ganderkesee

„Der Bericht zeigt, dass seit 2011 in großem Umfang aus dem Bestand vermarktet wird“, betont Ingenbleek. Der Anteil könne noch steigen, „wenn das Baulückenkataster so offensiv vermarktet werden würde, wie das Gewerbe- und Ladenflächenkataster“. Auch was die Preissteigerung angeht, sieht der Nabu im Vergleich zum Umland „keinen Gegensteuerungsbedarf“. Der oft gezogene Vergleich zu Ganderkesee ist aus Nabu-Sicht ohnehin fehlerhaft: „Ganderkesee hat mit doppelt so viel Fläche und halb so vielen Einwohnern immer den längeren Atem.“


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