Theater in Delmenhorst „Arthur & Claire“ verhandeln über den Sinn des Lebens

Von Elena Dohrmann

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Hardy Krüger jr. und Eva-Maria Grein von Friedl spielen zwei Verlorene, die sich finden. Foto: Elena DohrmannHardy Krüger jr. und Eva-Maria Grein von Friedl spielen zwei Verlorene, die sich finden. Foto: Elena Dohrmann

Delmenhorst. Hardy Krüger jr. und Eva-Maria Grein von Friedl vermitteln im Kleinen Haus auf sarkastische Weise das Glück und Unglück des Lebens. Das Stück „Arthur und Claire“ findet ein harmonisches Ende.

Das Schicksal führt sie zusammen: zwei Selbstmordkandidaten treffen in der letzten Nacht ihres Lebens in einem Amsterdamer Hotel aufeinander. Arthur (Hardy Krüger jr.), Sportlehrer, überzeugter Nichtraucher und unheilbar an Krebs erkrankt, verfasst seinen Abschiedsbrief. Es ist das letzte Zeichen, das er seinen Angehörigen hinterlassen will, bevor er am nächsten Morgen seinem Leben in einer Sterbeklinik ein Ende setzen wird. Dabei wird er gestört von der lauten Musik aus dem Nebenzimmer, sodass er dies kurzerhand aufsucht. Dort trifft er auf Claire (Eva-Maria Grein von Friedl), eine junge Holländerin. Zwischen einer Packung Schlaftabletten, einem präparierten Strick sowie einer scharfen Rasierklinge erzählt die attraktive Brünette von ihrem Schicksal. Bei einem Autounfall fuhr die junge Frau ihren Mann und ihr Kind in den Tod, sie überlebt als Einzige aus der Familie. 

Dialoge über die Sinnhaftigkeit des Lebens

Ironischerweise versuchen beide Selbstmordkandidaten ihr Gegenüber vom Suizid abzuhalten. Es folgen sarkastische Dialoge über den Sinn und Unsinn des Lebens, über das Sterben wollen und müssen. Claire kann Arthur letztendlich davon überzeugen, seinen letzten Abend mit ihr zu verbringen. Sie berauschen sich an den Verheißungen des Amsterdamer Nachtlebens und lassen dabei ihr Leben Revue passieren. Es stellt sich heraus: beide Protagonisten quälen unüberwindbare Schuldgefühle. Claire begann kurz nach dem Tod ihres Ehemannes eine Liebesbeziehung mit dessen besten Freund und Arthur betrog seine Exfrau, ausgerechnet mit der Freundin seines Sohnes David.

Schlussakt kann nicht überzeugen

Nach einer romantischen Liebesnacht bricht Arthur gegen den Willen Claires wie geplant in das Hospiz auf, woraufhin sich diese theatralisch aus dem Fenster stürzt. Arthur kehrt zurück und folgt seiner Geliebten in den vermeintlichen Tod. Da beide jedoch auf Wasser landen, überleben sie. Das Ende der Tragikkomödie wirkt wenig überzeugend. In der letzten Szene führt Claire einen jungen Mann, der sich als Arthurs Sohn David (Ricardo Angelini) herausstellt, durch das Hotelzimmer. Im Arm hält sie das gemeinsame Kind mit dessen Vater, der zuvor seiner Krebserkrankung erlag. Das Stück endet mit der Versöhnung der Familie Arthurs.


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