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28.03.2018, 11:32 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Der deutsche Elvis

Von Marco Julius

Der deutsche Elvis: Peter Kraus (79) muss ohne Liebesbriefe auskommen. Foto: Daniel Bockwoldt/dpaDer deutsche Elvis: Peter Kraus (79) muss ohne Liebesbriefe auskommen. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Delmenhorst. Wer ist der deutsche Elvis? Und warum bekommt er keine Liebesbriefe mehr? Ist er ein bedauerlicher Einzelfall? Eine neue Folge „Quergedacht“.

Der deutsche Elvis bekommt keine Liebesbriefe mehr. Der französische Elvis übrigens auch nicht. Aber da ist der Fall klar: Johnny Hallyday ist ja mittlerweile tot. Der deutsche Elvis aber lebt. Wobei der Titel des germanischen King durchaus umstritten ist. Ted Herold („Ich bin ein Mann“) etwa wird gern der deutsche Elvis genannt. Aber von dem soll hier nicht die Rede sein, denn der wahre deutsche Elvis ist natürlich Peter Kraus („Sugar Sugar Baby“). Der ist zwar Österreicher und wohnt bevorzugt in der Schweiz, hat sich aber im Laufe seiner langen Karriere den Ehrentitel „Deutscher Rock’n’Roll-König“ verdient, auch wenn er oft als Schmusesänger verunglimpft wird.

Methusalem des Hüftschwungs

79 Jahre alt ist Kraus mittlerweile, er ist also nicht nur der deutsche Elvis, sondern auch der Methusalem des Hüftschwungs – fünf Jahre älter als die Senioren Mick Jagger und Keith Richards, die englischen Puhdys. Der deutsche Elvis, immerhin seit 50 Jahren verheiratet, konstatiert jetzt, dass er keine Liebesbriefe mehr bekommt. Fans schicken zwar noch immer Zeilen des Danks, „aber es sind nicht unbedingt die Frauen, die mir schreiben, dass sie mit mir ins Bett gehen wollen“. Dieses Schicksal teilt der agile Peter sicherlich mit vielen Männern. „Schreib mal wieder“ hieß einst ein Slogan der Post, als sie noch eine richtige Post war. Der Aufruf gilt noch heute. Nicht nur der deutsche Elvis wartet.