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Polizei- und SEK-Einsatz Verbotene Schusswaffen bei drei Tatverdächtigten gefunden

Von Frederik Grabbe

In Delmenhorst sind am Dienstagmorgen mehrere Wohnungen nach verbotenen Schusswaffen durchsucht wurden - von Einsatzkräften der Polizei und eines Spezialeinsatzkommandos (SEK). Foto: NonstopnewsIn Delmenhorst sind am Dienstagmorgen mehrere Wohnungen nach verbotenen Schusswaffen durchsucht wurden - von Einsatzkräften der Polizei und eines Spezialeinsatzkommandos (SEK). Foto: Nonstopnews

Delmenhorst. Bei einer Razzia sind in den Wohnungen von drei Tatverdächtigen am Dienstagmorgen eine scharfe Schusswaffe sowie weitere Waffen gefunden worden. Die Männer gehören einem Familienclan an, der teilweise in Delmenhorst ansässig ist. Sie befinden sich wieder auf freiem Fuß.

Bei einem Einsatz der Polizei und eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) sind am Dienstagmorgen Schusswaffen gefunden worden. Eine Waffe davon war scharf, die Beamten fanden ebenfalls Munition. Das teilen die Polizeiinspektion in Delmenhorst und die Staatsanwaltschaft Oldenburg mit. Die Ermittler schlugen demnach an der Dwostraße, Willmsstraße und Schulstraße zu und durchsuchten die Wohnungen von drei Männern im Alter zwischen 30 und 34 Jahren. Neben der scharfen Waffe fanden die Polizisten auch eine Gaspistole, ein Luftdruckgewehr, einen Baseballschläger, einen Totschläger sowie einen Elektroschocker. Die Gegenstände sind laut Polizei beschlagnahmt worden.

Verdächtige sollen mit Waffe gedroht haben

Die drei Männer standen im Visier der Ermittler, weil die unter Verdacht standen, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben und eine Person unter Vorzeigen einer Waffe bedroht zu haben, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Torben Tölle, auf Nachfrage. Ein Zeuge habe die Tatverdächtigen näher beschrieben, worauf die Einsatzkräfte die drei Wohnungen durchsuchten. Gegen 7 Uhr morgens waren die Beamten unter anderem mit Hundeführern und weiteren Spezialkräften der Polizei angerückt. Für die Dauer des Einsatzes wurden die jeweiligen Straßen abgesperrt.

Zwei Tatverdächtige gehören Familienclan an

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, gehören die drei Verdächtigen einem Familienclan an. Tölle präzisierte, dass zwei Männer Mitglieder einer unter anderem in Delmenhorst ansässigen Großfamilie sind, die dritte Person „kann nach den bisherigen Ermittlungen dem Umfeld dieser Familie zugeordnet werden“. Ob die drei Männer vorbestraft sind, darüber machte der Staatsanwalt keine Angabe.

Männer sind wieder auf freiem Fuß

Wie Tölle darlegte, wurden die Tatverdächtigen „mangels Vorliegen von Haftgründen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen“ gegen Mittag wieder auf freien Fuß gesetzt. Dabei wurden laut einer Polizeisprecherin Fotos der Verdächtigen geschossen und Fingerabdrücke genommen. Sollten die Männer also bei möglichen anderen Taten ihre Spuren hinterlassen haben, könnten sie durch diese sogenannte „erkennungsdienstliche Behandlung“ zugeordnet werden. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz und der Bedrohung.

SEK-Einsätze in Delmenhorst

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei mithilfe eines SEKs gegen Tatverdächtige in Delmenhorst vorgeht:

  • Zuletzt schlugen die Beamten im Oktober 2017 an der Damaschkestraße zu. Ein damals 47-Jähriger stand wegen illegalen Waffenbesitzes unter Verdacht. In der Wohnung des Mannes wurde das SEK aber nicht fündig.
  • Im Februar 2017 durchsuchten die Einsatzkräfte die Wohnung von zwei sogenannten Reichsbürgern an der Bremer Straße. Auch hier ging es um ein Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Auch hier wurden keine Waffen gefunden. Im Dezember 2016 wurden bei einer Durchsuchung in der gleichen Wohnung mehrere allerdings Waffen und Waffenteile sichergestellt.
  • Bei einem SEK-Einsatz im November 2016 wurden fünf Tatverdächtige festgenommen. Die Männer im Alter von 27 bis 52 Jahren wurden in Verbindung mit einer Tat in Cloppenburg gesucht, bei der sie über einen sogenannten „Enkeltrick“ Geld von einem Senioren ergaunert haben. Sie sollen einer Bande angehört haben, die im Raum Cloppenburg ihr Unwesen trieb.
  • Im Juni 2013 wurden im Rahmen einer landes- und bremenweiten Großrazzia vier Wohnungen in Delmenhorst durchsucht. Diese richtete sich gegen den Rockerclub der „Hells Angels“. 17 Razzien unter Beteiligung von 500 Polizisten gab es insgesamt.