Keime und Farbstoffe Delmenhorster Labor warnt vor Gefahren in Ostereiern

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Besonders die chemischen Farbstoffe seien gesundheitsgefährdend, sagt Lafu-Chef Gary Zörner. Foto: Marie BusseBesonders die chemischen Farbstoffe seien gesundheitsgefährdend, sagt Lafu-Chef Gary Zörner. Foto: Marie Busse

Delmenhorst. Osterzeit ist Eierzeit. In zahlreichen Supermärkten, Discountern und Bäckereien gibt es schon Wochen vorher bunte, hart gekochte Eier. Der Griff zum gefärbten Ei spart Zeit, weil die zeitintensive eigene Färberei entfällt. Diplomingenieur Gary Zörner vom Delmenhorster Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) warnt jedoch vor dem unbedachten Umgang mit fertig gekochten und gefärbten Ostereiern.

In hart gekochten Eiern aus konventioneller Landwirtschaft, die in Supermärkten und Discountern vertrieben werden, befindet sich nach Ansicht Zörners ein Chemikaliencocktail. „Ich würde diese Eier nicht essen. Nicht nur das Ei, sondern auch die Schale ist mit Chemikalien verseucht“, sagt er. Nur Bio-Eier, die mit natürlichen Farbstoffen gefärbt werden, seien nicht belastet.

Farbstoffe können Krebs erregen

Für das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ hat sich Zörner der Problematik angenommen und Ostereier von vier verschiedenen Supermärkten untersucht. In seiner Bewertung kritisiert er den Einsatz von chemischen Farbstoffen. „Einige der Farbstoffe können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen oder Brustkrebs auslösen“, sagt Zörner. Ein eingesetzter Farbstoff sei sogar in Australien, Norwegen und den USA verboten, weil er Allergien auslöse. „Wenn sich das Ei dann verfärbt, isst man die Gifte mit.“ In allen handelsüblichen Eiern, die nicht mit natürlichen Farbstoffen gefärbt werden, seien diese Stoffe enthalten.

„Keime sind unsichtbare Gefahren“

Zörner warnt zudem vor der Keimbelastung der Eier. Bei der Untersuchung sei die Gesamtkeimzahl ermittelt worden, die als Indikator für Verunreinigung dient. Es gebe jedoch keinen gesetzlichen Grenzwert. Er betont: „Keime sind unsichtbare Gefahren, die sich sehr schnell vermehren.“ Durch den Kontakt mit Maschinen, der Verpackung und Menschen können sie auf die Eierschale gelangen. „Beim Schälen der Eier werden die Keime über den Kontakt mit den belasteten Schalen auf Brettchen, Messer, Hände und so weiter übertragen. So gelangen die Keime schließlich auch auf das Ei selbst.“ Eine besondere Gefahr seien Eier, die Risse aufweisen, da sich so eine Brutstätte für Keime entwickeln könne.„Diese Eier sollten auf keinen mehr Fall gegessen werden“, mahnt Zörner. Es sei außerdem Vorsicht geboten, wenn Eier faulig riechen.

Um die Gesundheitsgefahr zu minimieren, rät der Ingenieur zu selbst gefärbten Eiern: „Mit natürlichen Farbstoffen, wie Rote Bete, sehen die Eier genauso bunt aus.“


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