Ideensuche für Neunutzung Aus für Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Lemwerder ist besiegelt

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Bald ein Radweg? Die alte sechs Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Lemwerder, hier ein Teilstück in Hasbergen, könnte bald umgewandelt werden. Die Freistellung ist durch. Nun plant die Stadt die Nachnutzung. Foto: Frederik GrabbeBald ein Radweg? Die alte sechs Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Lemwerder, hier ein Teilstück in Hasbergen, könnte bald umgewandelt werden. Die Freistellung ist durch. Nun plant die Stadt die Nachnutzung. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die Freistellung der verwaisten Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Lemwerder ist vollzogen. Nun steckt die Stadt in den Planungen, wie sie diese Fläche neu nutzen möchte. Das hat Stadtsprecher Timo Frers auf Nachfrage mitgeteilt.

Wie Frers darlegt, ist die rund sechs Kilometer lange alte Bahnstrecke mittlerweile freigestellt worden. Diese Freistellung oder Entwidmung durch die zuständige Planfeststellungsbehörde nach Paragraf 23 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes war nötig, um überhaupt eine Neunutzung der betreffenden Fläche zu erreichen. Ein „Verkehrsbedürfnis“, wie es das Gesetz vorsieht, besteht lange nicht mehr: Die alte Eisenbahnstrecke ist seit 2010 gesperrt, der Betreibervertrag zwischen der Stadt und der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) war Ende 2014 aufgelöst worden. Auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder sind die Gleise längst abgebaut. Diese Umstände mögen dazu beigetragen haben, dass die Stadt auch keine Stellungnahmen von Anliegergemeinden oder anderen Beteiligten gegen die Freistellung erhalten hat, wie Frers mitteilt.

Nachnutzung kann angegangen werden – drei Varianten bislang denkbar

Nun kann die Stadt an die Planungsarbeit für eine Nachfolgelösung der Bahnstrecke, für die sie übrigens jährlich 30.000 Euro im Haushalt einstellt, um Ingenieurleistungen oder Voruntersuchungen zu finanzieren, gehen. Möglich, dass die Flächen zu einem Radwanderweg umgestaltet werden, zu einem Grünzug werden oder die Grundstücke an die anliegenden Grundstückseigentümer verkauft werden. Das waren zumindest die Optionen, die zuvor diskutiert worden waren. Diese Überlegungen bestehen laut Stadt immer noch. Konkretes zeichne sich derzeit aber noch nicht. Die Verwaltung arbeite an einer Kostenanalyse, „weitere Arbeitsschritte werden zu genaueren Vorschlägen führen“, sagt Frers.

Bereits Bodenproben entnommen

Unterdessen geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der SPD-Ortsratsfraktion in Hasbergen hervor, dass an der Strecke bereits Schotter- und Bodenstichproben von einer Fachfirma genommen worden sind und auf Schadstoffe untersucht wurden. Diese seien als „unbedenklich eingestuft“ worden. Auch die vorhandenen Brücken seien tragfähig – und würden sich möglicherweise als Radwegbrücke eignen, heißt es in der Antwort.

Kosten zum Gleisabbau sind noch unklar

Neunutzung avisiert: die alte Bahntrasse von Delmenhorst nach Lemwerder ist seit Jahren still gelegt. Kartendaten:GeoBasis-DE/BKG, Google/Grafik: Jan Eric Fiedler

Egal wie eine Neunutzung aussehen wird: Zuerst müssen die Gleise der alten Trasse entfernt werden. Und wie teuer das wird, kann die Stadt bislang nicht abschätzen. Zu diesem Bereich gehört auch der Rückbau der Bahnübergänge, von denen es etwa einen an der Stedinger Landstraße gibt. Konkret sind hier keine Arbeiten geplant, teilt Frers mit. Die Entwicklung sei eng verbunden mit der Nachnutzung der Gesamttrasse.


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