Wohnungsbedarf immer stärker Bauland-Druck auf Stadt Delmenhorst wächst

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Neue familiengerechte Baugebiete wie hier an der Otto-Gratzki-Straße in Adelheide sind Mangelware in Delmenhorst. Das soll sich schleunigst ändern. Archivfoto: Andreas NistlerNeue familiengerechte Baugebiete wie hier an der Otto-Gratzki-Straße in Adelheide sind Mangelware in Delmenhorst. Das soll sich schleunigst ändern. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Weit mehr als 200 neue Wohnungen und Eigenheime sollten die Stadt im Jahr ermöglichen – doch mangels Bauland ist sie davon noch weit entfernt. Der Druck wächst.

Der Druck auf die Stadt Delmenhorst, Wohnbauland zu schaffen, nimmt weiter zu. Neben dem anhalten Bevölkerungswachstum im siebten Jahr hintereinander (jetzt rund 82.000 Einwohner) bestätigt jetzt auch eine Aktualisierung der Wohnungsmarktstudie von 2016 den hohen Bedarf an Einfamilien- und Mehrparteienhäusern in Delmenhorst. Stadtbaurätin Bianca Urban bekräftigte kürzlich vor dem Planungsausschuss des Rates: „Wir befinden uns in einer Region mit ganz viel Zuzug!“

DLW-Brachland keine Option

Die Prognosen des Wohnungsmarktberichts, wonach Delmenhorst zur Befriedigung der Bauwünsche mindestens 200 Wohnungseinheiten im Jahr ermöglichen müsste, sind laut Urban mehr als bestätigt worden. Die Betonung liege dabei eindeutig auf „mindestens“. Um diesem Entwicklungsdruck zu entsprechen, nehme beispielsweise die bevorstehende Umwandlung des ehemaligen Fabrik-Geländes zwischen Brauenkamper Straße und Delmodstraße zu einem neuen Wohnquartier mit unterschiedlichen Wohnformen eine wichtige Rolle ein. Auf die Frage, ob sich auch das Areal der Linoleumwerke (DLW) nördlich der Bahn für eine Besiedlung eignen könnte, reagierte Urban zurückhaltend – vor allem wegen der lärmintensiven Umgebung: „Die Brachflächen der DLW befinden sich in Nahlage zu den Gleisanlagen, zu einer Steinbrechanlage und zum Linoleumbetrieb.“ Unterdessen hat der Stadtrat aktuell zwei größere Neubaugebiete auf den Weg gebracht: Langenwisch in Stickgras und Heidkamp in Bungerhof.

100 Eigenheime - 100 Wohnungen

Die jetzt bestätigte Kernforderung aus dem Wohnungsmarktbericht 2016 ist, dass die Stadt bis 2030 wenigstens 100 Wohneinheiten im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser und 100 Wohneinheiten im Bereich der Mehrfamilienhäuser schaffen muss. Bei den Mehrfamilienhäusern sollte der Anteil hochwertiger Wohnungen und barrierefreier Wohnungen im Vordergrund stehen. Dazu sollten innerstädtisch gut erschlossene Lagen mit guter Infrastrukturausstattung (ÖPNV, Einzelhandel, Kitas, Schulen) genutzt werden.

Zuzug aus Bremen

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf die Zuzüge und Abgänge: Wanderungsgewinne erzielt Delmenhorst in erster Linie aus der Stadt Bremen und im geringeren Umfang aus der Lemwerder und Stuhr. Die räumliche Nähe und preiswerte, verfügbare Mietwohnungen in Delmenhorst sind wahrscheinlich wesentliche Ursachen für diese Entwicklung. Wanderungsverluste erleidet Delmenhorst hauptsächlich nach Ganderkesee und nach Oldenburg und in deutlich geringerem Umfang nach Hude und Harpstedt. Seniorenheime und attraktive Neubaugebiete gelten als Hauptanziehungspunkte.

Verjüngung durch Zuwanderer

Die Bevölkerungsentwicklung in Delmenhorst ist mit Ausnahme der Senioren bei allen Altersgruppen positiv, bedingt durch die Zuwanderung aus dem Ausland. Im Jahr 2015 wurden in Folge der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden Spitzenwerte bei den jungen Zuwanderern erreicht, die sogar die Werte aus dem Jahr 1989 übersteigen. Damit vollzieht sich eine deutliche „Verjüngung“ der Bevölkerungsstruktur in Delmenhorst.


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