Gesundheitsförderung in Betrieben Firmen setzen auf Fitness ihrer Mitarbeiter

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Die Ausstellungsküche in der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee ist auch ein idealer Ort für Ernährungscoaching: Kirsten Kanert (2. v. l.), in der Firma für die Gesundheitsförderung zuständig, mit den Tischlergesellen Annika Bruns (v. l.), Dennis Heinemann, Moritz Cording und Dennis Viand. Foto: Melanie HohmannDie Ausstellungsküche in der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee ist auch ein idealer Ort für Ernährungscoaching: Kirsten Kanert (2. v. l.), in der Firma für die Gesundheitsförderung zuständig, mit den Tischlergesellen Annika Bruns (v. l.), Dennis Heinemann, Moritz Cording und Dennis Viand. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Gesundheit ihrer Mitarbeiter lassen sich Unternehmen zunehmend etwas kosten. Die Kassen bieten dazu kostenfreie Beratung an.

Der demografische Wandel macht sich auch in der Arbeitswelt bemerkbar, die Belegschaften werden im Schnitt älter. Die logische Folge: Für immer mehr Unternehmen wird die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein zunehmend wichtiger Faktor.

Auf die Fitness von Firmenmitarbeitern spezialisierte Verbünde wie Hansefit und Qualitrain profitieren davon: „Die Zahl unserer Kunden ist über Jahre hinweg gestiegen“, sagt Jennifer Rauch, die bei Hansefit – der Verbund zählt mehr als 1400 Fitnessstudios, Schwimmbäder und Physiotherapiepraxen als Partner – für das Marketing zuständig ist. Der Befund sei eindeutig: „Die Unternehmen stellen die Fitness und das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten immer mehr in den Vordergrund.“ In den Firmen, die bei Hansefit Kunde sind, nutzten im Schnitt rund 35 Prozent der Mitarbeiter das Angebot, Tendenz steigend, so Rauch.

Ernährungsberatung in der Tischlerei

Betriebliches Gesundheitsmanagement heißt das Zauberwort. Dahinter verbirgt sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Gesundheitsförderung, vom ergonomisch optimierten Arbeitsplatz bis zur Rückenschule. In der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee ist etwa das gesunde Essen ein wichtiger Teil des breiten Ansatzes, der hinsichtlich des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Kooperation mit verschiedenen Krankenkassen verfolgt wird. Beliebt sind zum Beispiel die Besuche einer Ernährungsberaterin, dann wird nach einem kleinen theoretischen Teil in der Ausstellungsküche mit gesunden Lebensmitteln gekocht.

Resultate in Heller und Pfennig

Kirsten Kanert, bei Sandkuhl für Sicherheit und Gesundheitsförderung zuständig, nennt ein weiteres Beispiel aus der Tischlerei: Nicht nur aus Gründen der Energieeinsparung, sondern auch unter dem Aspekt der Gesundheit sei auf eine ermüdungsfreie, je nach Sonneneinstrahlung dimmbare LED-Innenbeleuchtung umgestellt worden.

Solange die Einführung von gesundheitsfördernden Programmen nicht bloß eine „Alibi-Veranstaltung“ darstelle, die an den konkreten Bedürfnissen in dem Unternehmen oder der Organisation vorbeigeplant wird, lasse sich der Effekt eindeutig feststellen, weiß die Bremer Psychologin Dr. Jelena Becker – sogar in Heller und Pfennig: Laut der Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement ist durch Studien belegt, dass jeder in die firmeninterne Gesundheitsförderung investierte Euro durch die Reduzierung des Krankenstandes und die Steigerung der Produktivität 2,70 Euro abwerfe.

Gestiegene Rolle für die Krankenkassen

Nicht zuletzt im Werben um gut qualifizierte Kräfte spiele es eine immer wichtigere Rolle, in diesem Feld aktiv zu werden, sagt Thomas-Kurt Eckert von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK). Nach dem 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz sind die Kassen zur Unterstützung der Gesundheitsförderung in den Betrieben verpflichtet. Eckert, der für diese bei der AOK kostenlose Beratung im Gebiet von Delmenhorst bis Oldenburg zuständig ist, hat festgestellt, dass die Gesundheitsförderung von immer mehr Unternehmensführungen „als ein Wettbewerbsvorteil wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ erkannt werde.

Jelena Becker rät auch kleinen Firmen mit geringem finanziellen Spielraum, die Chancen des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu nutzen: „Es sollte genauso als strategische Investition angesehen werden wie die Investition in neue Maschinen oder Software.“


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