Kritik an Bewertungsverfahren Nabu: Delmenhorster Krankenhaus muss in Deichhorst bleiben

Von Marco Julius

Für den Nabu ist klar: Das Delmenhorster Krankenhaus sollte auch künftig an der Wildeshauser Straße stehen. Foto: Melanie HohmannFür den Nabu ist klar: Das Delmenhorster Krankenhaus sollte auch künftig an der Wildeshauser Straße stehen. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Dass die JHD-Standortdebatte neu entfacht ist, begrüßt der Nabu. Für den Vorstand ist klar: Die Planung für die Westerstraße war von Beginn an falsch.

In der Debatte um den Standort des künftigen Delmenhorster Krankenhauses meldet sich jetzt auch der Nabu zu Wort – und das mit deutlichen Aussagen. Prof. Gerd Turowski, Vorstandsmitglied im Nabu Delmenhorst, kritisiert dabei vor allem den 2015 vorgenommenen Vergleich der Standorte Westerstraße und Wildeshauser Straße, der Grundlage bildete für den Entscheid im Rat. Es sei damals ein naives Vorgehen gewesen, die Kostendifferenz als alleiniges Entscheidungskriterium heranzuziehen.

Nabu äußert Verdacht

Zudem hegt Turowksi den Verdacht, „dass der Standort Westerstraße gegenüber der Wildeshauser Straße bewusst kostengünstiger eingeschätzt worden ist“, um das Krankenhaus in der Stadtmitte zu platzieren. Die damals vorgenommene Gegenüberstellung der Standorte entspräche nicht der wissenschaftlich basierten Planungspraxis und dürfe deshalb nicht zur Standortfindung herangezogen werden. Bei vielen Kostengruppen seien ohne ersichtliche Gründe höhere Kosten für den Standort Wildeshauser Straße veranschlagt worden. Überhaupt sei die Kostengegenüberstellung mangelhaft und oft nicht nachvollziehbar. Die Gutachter hätten gegen die Regeln der guten fachlichen Praxis verstoßen. „Der Nabu ist davon überzeugt, dass eine methodisch und inhaltlich korrekte Bewertung den Standort Wildeshauser Straße präferieren wird“, sagt Turowski, der sich jahrelang wissenschaftlich mit Standortbewertungsverfahren befasst hat. Und das erst recht, nachdem das Krankenhaus wieder städtisch ist und der kostenlose Zugriff auf das Grundstück Westerstraße weg ist.

Abkehr von Wetserstraße

„Die Abkehr vom Standort Westerstraße wäre zugleich auch der Abbruch des unseligen Bebauungsplanverfahrens 358, mit dem eine hochsensible und komplexe Nutzung in einen beengten innerstädtischen Stadtkörper hineingepresst werden soll“, betont Turowksi.