NTD-Premiere mit über 500 Gästen „My Fair Lady“ auf Platt reißt Delmenhorster Publikum mit

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

NTD-Probe „My Fair Lady“ im Kleinen Haus Delmenhorst. Foto: Melanie HohmannNTD-Probe „My Fair Lady“ im Kleinen Haus Delmenhorst. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Beliebte Melodien und eine bekannte Geschichte, ein beeindruckendes Bühnenbild und tolle Kostüme sowie vor allem die bewährten Akteure des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst (NTD): Diese Zutaten haben am Samstag das Erfolgsrezept für einen rundum gelungenen Premierenabend von „My Fair Lady“ im Kleinen Haus ausgemacht.

Die über 500 Gäste dankten es dem mehr als 30-köpfigen Team vor und hinter der Bühne mit stehenden Ovationen und feierte einen besonders: Heino Brackhahn, der sein 50-jähriges Bühnenjubiläum mit gut sitzenden Pointen und voll tönender Stimme als Oberst Pickering beging.

Arrogante Lehrmeister und eine starke Eliza

Aber von vorn: „My Fair Lady“ erzählt die Geschichte einer Wette und die einer Verwandlung. Phonetik-Professor Henry Higgins will Oberst Pickering beweisen, dass er aus der „dösig sabbelnden“ Blumenverkäuferin Eliza Doolittle mit edlen Kleidern, Sprach- und Benimmunterricht eine Dame der Gesellschaft machen kann. Überzeugend arrogant und von oben herab spielen Brackhahn (Pickering) und Heiko Petershagen (Higgins) die selbst ernannten Lehrmeister, bis sie sich gegenseitig zu Elizas königlichem Auftritt beim Seefahrtsball gratulieren und deren Leistung darüber ganz vergessen. Aber Fentke Stolles starke Eliza weiß sich zu verteidigen, sowohl gegen den galanten Pickering als auch gegen den zunächst fordernden und ruppigen Higgins.

Übertragung ins Plattdeutsche geglückt

Dabei stemmen die NTD-Akteure auch die gesanglichen Herausforderungen gut, den ein oder anderen nicht perfekten Ton verzeiht das Publikum bei den bekannten Ohrwürmern wie „On the street where you live“ und „With a little bit of luck“ mühelos. Hier, wie auch durch das ganze Stück, glückt die Übertragung ins Plattdeutsche, für die Birgitt Jürs (Text) und der NTD-Gastregisseur Philip Lüsebrink (Bühnenfassung) verantwortlich zeichnen. „Dat grönt so grön, wenn Spaniens Blomen blöen“, heißt da der zentrale Übungssatz, den Stolle (Eliza) viele Male rotzig-falsch herausposaunt, bis er schließlich sitzt.

Schön inszenierte Gruppenszenen reißen mit

Das verleitet den eingeschworenen Junggesellen Higgins sogar zu einem Tänzchen, das Eliza den Schlaf raubt – was Fentke Stolle in einer schönen ruhigen Szene besingt. Besonders mitreißend gelingen aber die schön inszenierten Gruppenszenen, etwa auf dem Blumenmarkt oder bei Elizas Rennbahn-Besuch, wo sie zunächst als feine Dame überzeugt, bis wilde Anfeuerungsrufe für „ihr“ Pferd aus ihr herausbrechen. Immerhin sichert sie sich dort die Zuneigung ihres späteren Heiratsanwärters Freddy (Niklas Müller), die schließlich in ein mit schmachtendem Pathos überzeugendes „On the street where you live“ mündet. Allein Eliza ist nicht beeindruckt – und wählt am Ende doch den geläuterten Pickering.


Weitere Termine: Das NTD zeigt „My Fair Lady“ erneut am 23. März, 5., 6., 7., 13., 14., 27. und 28. April sowie am 5. Mai, jeweils um 20 Uhr; außerdem am 15. April um 15.30 Uhr und am 4. Mai um 19.30 Uhr. Karten gibt es bei der Konzert- und Theaterdirektion, (04221)16565, sowie im dk-Ticketshop, Lange Straße 122.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN