Kriminalstatistik 2017 Polizei beklagt steigende Zahl von Betrugsanrufen

Von Frederik Grabbe

Betrugsfälle über Anrufe, bei denen sich die Anrufer als Polizisten ausgeben, häufen sich. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaBetrugsfälle über Anrufe, bei denen sich die Anrufer als Polizisten ausgeben, häufen sich. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Delmenhorst. Betrüger, die sich über Telefon oder im direkten Kontakt als Polizisten ausgeben, bilden für die Delmenhorster Polizei ein zunehmendes Problem. Vorbeugende Info-Kampagnen über die Maschen der Täter sind bislang gescheitert.

Die Delmenhorster Polizei beklagt zunehmend Vorfälle, bei denen sich Betrüger als falsche Beamte ausgeben. Das erstreckt sich sowohl auf Falschanrufe bei Bürgern als auch auf Täuschungen im persönlichen, direkten Austausch. Wie der stellvertretende Leiter des Zentralkriminalen Dienstes, Oliver Lenz, bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2017 darlegte, würden Betrüger bei Anrufen zur Täuschung teilweise sogar die Namen von hiesigen Polizisten vorgeben.

Betrüger wenden perfide Methoden an

„Das Vorgehen verläuft oft ähnlich: Der Anrufer gibt beispielsweise vor, dass ein bestimmter Notfall vorliegt und dass der Angerufene darum Bargeld zur Abholung bereit legen soll“, schilderte Lenz. Später dann würde ein Mittelsmann die Summe abholen und dabei mitunter mit einem gefälschten Polizeidienstausweis den falschen Schein wahren. In anderen Fällen gingen die Täter mit dem sogenannten Call-ID-Spoofing vor: Mit technischen Hilfsmitteln werde dabei im Telefon-Display des Angerufenen eine vertraute Telefonnummer vorgespiegelt, um Vertrauen zu gewinnen – beispielsweise die bekannte 110, beschrieb Lenz. Oft seien ältere Mitbürger Ziel dieser Masche, die generell in Deutschland auf den Vormasch sei.

Information der Polizei hat kaum einen Effekt

„Bei diesen Arten der Täuschung liegt eine ganze Reihe von Delikten wie Betrug, Trickdiebstahl oder Raub vor“, sagte Lenz. Mitunter gelangten Täter somit an „erhebliche Summen“. Der Betrug unter der geschilderten Vorgehensweise sei mittlerweile zu einem verstärkt auftretenden Phänomen geworden. Die Polizei geht dagegen an, indem sie über die Medien breitflächig aufklärt. Allerdings haben die Informationskampagnen laut dem stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion, Carsten Hoffmeyer, kaum einen Effekt.