Vortrag in Delmenhorst Klima-Experte beklagt zunehmende Luftverschmutzung

Von Paul Wilhelm Glöckner

Prof. Guy P. Brasseur hat in einem Vortrag über das Klima und das Wetter gesprochen. Er dringt auf eine Verringerung der Emissionen. Foto: HWKProf. Guy P. Brasseur hat in einem Vortrag über das Klima und das Wetter gesprochen. Er dringt auf eine Verringerung der Emissionen. Foto: HWK

Prof. Guy P. Brasseur hat in einem Vortrag über das Klima und das Wetter gesprochen. Er dringt auf eine Verringerung der Emissionen.

Da die Erde ein komplexes und dynamisches System ist, können Wetter und Klima auch heute noch nicht vollständig sicher prognostiziert werden. Das machte Prof. Guy P. Brasseur am Mittwoch vor den über 200 Besuchern während der gemeinsamen Veranstaltung von Hanse- Wissenschaftskolleg und OLB im Commedia deutlich. Dem aus Belgien stammende Wissenschaftler, der vom HWK-Rektor Prof. Reto Weiler als überragender Forscher über den globalen Wandel vorgestellt wurde, fehlen dazu immer noch allzu viele Fakten über die Wetter und Klima konstituierenden Bedingungen.

Blick auf historische Entwicklung

Im einzelnen ging der Referent in seinem Vortrag auf die historische Entwicklung seiner Forschungsrichtung ein und erläuterte, welche Herausforderungen bei der Vorhersage etwa des Klimawandels bestehen. Das System Erde werde durch die Rückkopplung zwischen der Atmosphäre, den Weltmeeren, der Kryosphäre und der Biosphäre konstituiert, aber seine Wissenschaft habe sich auch schon mit der Entwicklung politischer Strategien zur Anpassung und Abmilderung von Umweltveränderungen beschäftigt. Brasseur stellte eine ganze Reihe von Rechenmodellen vor, mit denen heute mittels modernster Computertechnik versucht wird, wahrscheinliche Aussagen über die künftige Entwicklung zu gewinnen. Aufmerksamkeit verdiene ferner die zunehmende Luftverschmutzung, an der jährlich im Weltmaßstab 3,5 Millionen (in Deutschland 50000) Menschen sterben und das andauernde Schmelzen der Polareiskappen. Und ob die im Pariser Klimaabkommen von 195 Staaten akzeptiere Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Prozent tatsächlich verwirklicht werden könne, sei zweifelhaft. Brasseur schätzt den Anstieg eher auf 3,5 Prozent ein und prognostiziert deshalb bedeutsame gesellschaftliche Veränderungen. Wenn das verhindert werden solle, müssten vor allem die Emissionen verringert und mittels Klima-Engineering der Kohlenstoffdioxid (CO2) Gehalt der Luft verringert werden.

Die OLB plant in diesem Jahr, wie Olaf Mohrschladt, Mitglied der regionalen Geschäftsleitung, ankündigte, im Rahmen des Forums noch zwei Veranstaltungen, da man als immer über den Tellerrand hinausschauen wolle. In der einen unter dem Titel „Narzismus und Macht in der Politik“ werde man nicht um die Beschäftigung mit der Person des USA-Präsidenten Trump herumkommen, mit der zweiten wolle man der zunehmenden „Radikalisierung der Mitte“ in der Gesellschaft nachspüren.