Prozess um Einbrüche in Delmenhorst 400.000 Euro Schaden in gefluteten Häusern

Von Ole Rosenbohm

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Fünf Männer müssen sich vor dem Landgericht Oldenburg wegen Einbruchs verantworten. Nach ihren Taten sollen sie die Häuser, in die sie einbrachen, geflutet haben. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Symbolfoto: dpaFünf Männer müssen sich vor dem Landgericht Oldenburg wegen Einbruchs verantworten. Nach ihren Taten sollen sie die Häuser, in die sie einbrachen, geflutet haben. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst/Oldenburg. Nach ihren Einbrüchen sollen fünf Männer mehrere Häuser geflutet haben. In einem Fall lief das Wasser vier Tage lang. Der Schaden geht in die Hunderttausende.

Schränke offen, Inhalt verstreut, alles pitschnass: Ein Schock muss der Delmenhorsterin durch die Glieder gefahren sein, als sie gegen halb elf abends nach Hause kam. Jeden Wasserhahn hatten die Einbrecher aufgedreht, Abflüsse verstopft, den Duschschlauch neben die Wanne gelegt, Hähne neben die Becken gebogen. Den mutmaßlichen Tätern, fünf Männer unter anderem aus Delmenhorst, wird derzeit vor dem Landgericht Oldenburg der Prozess gemacht.

Haus ist vier Monate lang nicht bewohnbar

Nur drei Stunden waren sie außer Haus, berichtete das Ehepaar, beide über 60, als Zeugen vor Gericht. Es reichte, um es für vier Monate unbewohnbar zu machen. Die Holzdecken verbogen, Tapeten abgefallen, Böden unbrauchbar. „Das ganze Haus war auf linksgedreht“, sagte der Mann. Nach Wochen im Hotel zog das Ehepaar in einen Wohnwagen. Als die Frau davon erzählt, schießen ihr Tränen in die Augen: Sie fühle sich alleine nicht mehr wohl, lebe in ständiger Vorsicht: „Ich hätte auch in der Badewanne liegen können“, sagt sie. Fast wie ein Hohn wirkt die Beute: wenig Schmuck, etwas Bargeld. Gesamtwert 5000 Euro. Gesamtschaden 40.000 Euro. Zum Glück zahlte die Versicherung.

Das Wasser läuft über vier Tage aus den Hähnen

Kaum zu glauben, aber damit ist das Ehepaar noch besser dran als ein Familienvater aus Friesoythe: Bei ihm und seinen Kindern lief das Wasser geschlagene vier Tage lang aus sechs Hähnen, ehe Nachbarn aufmerksam wurden und die auf Usedom urlaubende Familie alarmierte. Der Schaden war so schlimm, dass die Versicherung riet, das Haus abreißen zu lassen. Der Verkehrswert fiel von 180.000 auf 40.000 Euro. Doch die Familie kämpfte, lebte drei Monate im Wohnwagen, dann im ersten trockenen Zimmer. Jetzt, da die Wände halbwegs trocken sind, zeigen sich Risse in der Mauer. Der Schaden beläuft sich auf weit über 100.000 Euro, die Versicherung zahlte nur einen kleinen Teil. Die Beute der Täter bestand aus etwas Elektronik und 300 Euro Bargeld.

Männer sollen Chemikalien verteilt haben

Ganz in der Nähe übrigens entstanden in zwei benachbarten Häusern Schäden in fünfstelligem Bereich. Hier hatten die Täter Chemikalien verteilt, die sie in der Garage eines Opfers gefunden hatten, wohl weil der Hauptwasserhahn abgestellt war.

Und die Angeklagten? Schweigen. Sie wollen sich über ihre Anwälte am 11. April äußern. Klar ist: Werden sie schuldig gesprochen, müssen sie für die Schäden aufkommen. Diese könnten insgesamt bei 400.000 Euro liegen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN