Experten verschaffen sich Luft Frust in der Delmenhorster Pflege sitzt tief

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Unter dem Dach der Delmenhorster Gesundheitsregion ist jetzt darüber diskutiert worden, wie man dem Fachkräftemangel begegnen kann. Deutlich wurde dabei, wie tief der Frust bei Dienstleistern in der Pflege sitzt. Foto: Patrick Pleul/dpaUnter dem Dach der Delmenhorster Gesundheitsregion ist jetzt darüber diskutiert worden, wie man dem Fachkräftemangel begegnen kann. Deutlich wurde dabei, wie tief der Frust bei Dienstleistern in der Pflege sitzt. Foto: Patrick Pleul/dpa

Delmenhorst. Unter dem Dach der Delmenhorster Gesundheitsregion ist jetzt darüber diskutiert worden, wie man dem Fachkräftemangel begegnen kann. Deutlich wurde dabei, wie tief der Frust bei Dienstleistern in der Pflege sitzt.

Es rumort in der Pflege: Der als Informationsveranstaltung unter dem Titel „Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen“ geplante Nachmittag in der VHS hat sich am Dienstag etwas anders entwickelt, als zunächst vorgesehen. Das Plenum, annähernd 40 Vertreter verschiedener Institutionen und Dienstleister im Gesundheitswesen, nutzten die sich an einen Impulsvortag anschließende Diskussion, um sich einmal gehörig Luft zu verschaffen. Frustration allenthalben. Drohende Aufnahmestopps für Heime, weil aufgrund des fehlenden Fachpersonals die Qualität der Pflege nicht mehr gewährleistet werden kann, Arbeitsbedingungen, die Mitarbeiter an die Grenze und darüber hinaus führen, mangelnde Qualität in der Ausbildung – die Teilnehmer der Veranstaltung nahmen kein Blatt vor dem Mund. Vertrauen darauf, dass die Politik die Weichen neu stellt, um die Zukunft der Pflege zu sichern: nahezu Fehlanzeige.

Der Ärger sitzt tief, das war den Wortbeiträgen anzumerken. Dabei hatte Tomke zur Brügge in ihrem Impulsreferat, das das Projekt „Perspektive: Pflege!“ aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg vorstellte, zunächst nur Wege aufzeigen wollen, wie man Fachkräfte gewinnt und sichert.

Beruf attraktiver machen

Michael Pleus vom DRK-Kreisverband Delmenhorst) und Rüdiger Lange (Krankenpflegeschule JHD) moderierten die Diskussion, die unter dem Dach der Delmenhorster Gesundheitsregion angeboten wurde. Bei der Frage, wie man das Berufsbild in der Pflege wieder attraktiver machen kann, vertrat Lange die Meinung, jeder Beteiligte müsse bei sich selbst anfangen. Im Plenum aber, das war Tenor, sah man jetzt die Politik in der Verantwortung. Der Ruf, wieder einmal auf die Straße zu gehen, um sich „da oben in der Blase“ Gehör zu verschaffen, war dabei ebenso zu vernehmen, wie der Frust darüber, dass frühere Demonstrationen keine Verbesserung gebracht hätten.

Mitarbeiter binden

„Bei der Suche nach Fachkräften fischen alle im gleichen Teich, aber der Teich ist längst überfischt“, machte Pleus die Situation deutlich. Klar wurde auch, dass viele Mitarbeiter im Bereich Pflege nach neuen beruflichen Wegen suchen und in Jobs wechseln, wo die Bezahlung besser und der Stress geringer ist. Neben der Gewinnung von Fachkräften legte Tomke zur Brügge in ihrem Vortrag deshalb den Fokus auch auf die Bindung von Mitarbeitern. „Neben den oft angeprangerten Lohnsätzen sind auch andere Parameter wie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit sowie psychische und physische Belastungen zu nennen, wenn wir Pflegeberufe wieder attraktiver machen wollen“, sagte sie. Darüber herrschte Einigkeit.


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