Niederdeutsches Theater Delmenhorst Ein Urgestein der Bühne

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Heino Brackhahn tanzt als Oberst Pickering mit Elke Seevers (Mrs Higgings). Foto: Manuel TitzeHeino Brackhahn tanzt als Oberst Pickering mit Elke Seevers (Mrs Higgings). Foto: Manuel Titze

Delmenhorst. 50 Jahre Bühnenerfahrung, 40 verschiedene Rollen und unzählige Probestunden. Heino Brackhahn feiert in der Rolle des Oberst Pickering mit dem Stück „My fair Lady- op platt“ sein 50-jähriges Bühnenjubiläum am Niederdeutschen Theater Delmenhorst.

Die Schauspielleidenschaft wurde Heino Brackhahn in die Wiege gelegt. „Schon meine Großtante hat beim Niederdeutschen Theater mitgespielt“, erzählt er. Mit 17 Jahren stand er 1968 selbst das erste Mal auf der Bühne. „Als for de dochter“ von Friedrich Lange hieß sein erstes Stück. Seitdem ist er dem Theater als Schauspieler und Regisseur treu verbunden. „Als ich beim Theater angefangen habe, musste noch keiner die plattdeutsche Sprache lernen. Das ist jetzt anders“, sagt der 67-Jährige.

Delmenhorster Urgestein

Heino Brackhahn wuchs in Bürstel in der Gemeinde Ganderkesee auf und zog 1965 mit seiner Familie nach Delmenhorst. Dort begann er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann.

Danach war Brackhahn mehr als 30 Jahre im Außendienst tätig. Seit vier Jahren ist er im Ruhestand. „Natürlich war es manchmal schwierig Theater, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen, da musste ich gut planen“, sagt er. Wie gut, dass seine Frau Ingrid die Theaterleidenschaft teil. „Sie ist hinter der Bühne aktiv“, erklärt der Jubilar.

Überlandgastspiele waren besondere Highlights

In den 1960er und 1970er Jahren bereiste das Ensemble aus Delmenhorst Dörfer in der Region und gab Gastspiele bei verschiedenen Veranstaltungen. „Wir haben Bühnenbild und Requisiten eingepackt, sind aufgetreten und haben danach mitgefeiert. Das hat unglaublich Spaß gemacht“, erklärt der Rentner. Das Theater sei jetzt viel professioneller geworden. Das Bühnenbild sei viel aufwendiger und auch technisch habe sich viel entwickelt. „Bei „My fair Lady“ stehen wir zum ersten Mal mit Headset auf der Bühne“, betont er.

Noch keine Routine

Ein besonderer Höhepunkt der letzten 50 Jahre war für ihn das Stück „Foftein“, dass 2007/2008 aufgeführt wurde. „In dem Stück hatte ich die gleiche Rolle, wie vor 40 Jahren. Damals hatten wir es schon einmal gespielt und ich war überrascht, wie gut ich mich an den Text erinnern konnte“, sagt er. Routine komme aber trotzdem nicht auf. „Ich bin immer noch vor jeden Auftritt aufgeregt und habe ab mittags keinen Hunger mehr. Ich glaube, dass das wichtig ist, damit man konzentriert bleibt“, erklärt er. Neben den unterhaltsamen, kurzweiligen Stücken schätzt Brackhahn die ernsteren Werke. „Mit Schattentieten haben wir ernste Probleme, wie Sucht und Gewalt angesprochen. Das finde ich auch wichtig“, sagt er.

Engagierte Nachwuchsarbeit

Der Theaternachwuchs liegt ihm am Herzen. Brackhahn sagt: „Ich freue mich sehr, dass so viele junge Menschen die plattdeutsche Sprache lernen. Nur so bleibt sie erhalten.“

Für sein Bühnenjubiläum wünscht sich Heino Brackhahn eine gelungene Premiere. „Nach der letzten Vorstellung, geht auch gleich die Schützensaison los“, sagt er. Der 67-Jährige ist Präsident des Ganderkeseer Schützenbunds. Langweilig wird es bei Heino Brackhahn so schnell nicht. Dem Theater wird er auch erhalten bleiben. „Solange ich fit bin, spiele ich Theater“, erklärt der Rentner.


Auf die Premiere von „My fair Lady – op platt“ am 17. März folgen weitere Aufführungen jeweils um 20 Uhr am 23. März, 5., 6., 7., 13., 14., 27., und 28. April sowie am 5. Mai. Eine Nachmittagsvorstellung gibt es am 15. April um 15.30 Uhr. Am 4. Mai beginnt die Vorstellung bereits um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Kleinen Haus, Telefon (04221)16565, oder im dk-Kundencenter, Lange Straße 122. Eine Online-Bestellung ist möglich unter www.ntd-del.de.

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