17. Zivilcouragepreis in Delmenhorst „Beispiele für das soziale Gesicht Delmenhorsts“

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Oberbürgermeister Axel Jahnz (2. Reihe v. li.) und Markus Scharf von der Delmenhorster Polizei ehrten Nadine Wilsmann (vorne v. li.), Nicole Böttcher, Gerda Hirschfeld, Christa Mundt, Ersin Ildeniz und Luer Meinke im Rathaus. Foto: Frederik GrabbeOberbürgermeister Axel Jahnz (2. Reihe v. li.) und Markus Scharf von der Delmenhorster Polizei ehrten Nadine Wilsmann (vorne v. li.), Nicole Böttcher, Gerda Hirschfeld, Christa Mundt, Ersin Ildeniz und Luer Meinke im Rathaus. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Sechs Preisträgerinnen und Preisträger sind am Dienstag mit dem 17. Zivilcouragepreis der Stadt Delmenhorst ausgezeichnet worden. Die Geehrten haben sich bei unterschiedlichen Anlässen verdient gemacht – einmal wurde sogar ein Menschenleben gerettet.

„Sie sind Beispiele für das soziale Gesicht dieser Stadt“: Mit diesen Worten lobte Oberbürgermeister Axel Jahnz am Dienstagabend die sechs Preisträger des 17. Zivilcouragepreises, den die hiesige Polizei zusammen mit der Stadt und dem Kommunalpräventiven Rat (KPR) vergeben hat. Die Preisträger seien ein wichtiger Baustein für die Präventivarbeit in der Stadt, „Sie stehen für eine Kultur des Hinschauens statt des Wegschauens.“

Blick auf den Mitmenschen

Damit nahm der Oberbürgermeister das Motto des Zivilcouragepreises auf. Markus Scharf, der Leiter des Zentralkriminalen Dienstes der Delmenhorster Polizeiinspektion, knüpfte in seiner Ansprache daran an: „Die heutige Zeit ist schnelllebig, viele sind auf sich fokussiert und der Blick für den Mitmenschen geht verloren. Das alles gilt für Sie ausdrücklich nicht“, würdigte er den Einsatz der Geehrten.

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Menschenleben gerettet

Zu ihnen gehörte Luer Meinke. Der Obst- und Gemüsehändler hatte im Februar 2017 beim Gang durch das Jute-Center einen Mann gesehen, der plötzlich umkippte und einen plötzlichen Herztod erlitt, führte Jahnz vor rund 65 Besuchern der Feierstunde aus. Meinke informierte den Notarzt und begann sofort mit einer Herzmassage am leblosen Körper – mit Erfolg. Der Mann sei am Leben und sogar im Publikum, so Jahnz, und, untypisch für einen plötzlichen Herztod, „heute es geht ihm prächtig“.

Bei Hilfeleistung Verletzungen erlitten

Bei einem zweiten von Jahnz geschilderten Fall hatten Christa Mundt und Gerda Hirschfeld an der Bürgermeister-Koch-Straße nahe der Breslauer Straße einen Mann entdeckt, der offenbar einen Krampfanfall erlitt, und wendeten Erste Hilfe an. Hinzu stieß auch der Helfer Ersin Ildeniz. Vermutlich aufgrund von Verwirrtheit griff der hilfsbedürftige Mann Gerda Hirschfeld an, in dem folgenden Handgemenge wurde die Frau so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus behandelt werden musste. Ildeniz verteidigte sie und brachte sie in Sicherheit. Der Mann allerdings flüchtete und ist bis heute unbekannt.

(Weiterlesen: Jahnz entschuldigt sich bei Tochter von Högel-Opfer)

Diebin festgehalten

In einem dritten Fall machten sich die Delmenhorsterinnen Nicole Böttcher und Nadine Wilsmann verdient, indem sie beitrugen, eine Handtaschendiebin zu fassen. Böttcher wies im Juli 2017 in einem Discounter eine Frau darauf hin, dass ihre Brieftasche gestohlen worden sei. Darauf floh die Diebin, wurde von Wilsmann auf dem Markt-Parkplatz festgehalten, worauf diese in ein Handgemenge verwickelt wurde. Später wurde Haftbefehl gegen die Diebin erlassen.

Die 17. Preiverleihung wurde untermalt durch die Swing-Musiker der Gruppe „Sinti Swing Oldenburg“.


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