Kriminalstatistik 2017 Delmenhorster Wollepark ist sicherer geworden

Von Frederik Grabbe

Der Abriss der Wohnblöcke Am Wollepark 1-5 und der Leerstand der Gebäude 11-12 hat laut Polizei günstigen Einfluss auf die Kriminalität im Wollepark. Foto: Thomas BreuerDer Abriss der Wohnblöcke Am Wollepark 1-5 und der Leerstand der Gebäude 11-12 hat laut Polizei günstigen Einfluss auf die Kriminalität im Wollepark. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Vor anderthalb Jahren rückten Polizei und Stadt Kriminellen im Wollepark massiv auf den Pelz – das zahlt sich nun aus, wie sich bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017 zeigte. Unterdessen bereitet das Bahnhofsumfeld der Polizei zunehmend Sorgen.

Der Delmenhorster Wollepark ist merklich sicherer geworden. Das ist ein Fazit, dass die Polizei am vergangenen Freitag bei der Veröffentlichung der Kriminalstatistik 2017 verlautbart hat. „Im Wollepark hat sich ein deutlich positiveres Bild eingestellt“, sagte der stellvertretende Leiter der hiesigen Polizeiinspektion, Carsten Hoffmeyer. „Der Erfolg zeigt uns auch, dass wir mit unserer früheren Einschätzung des Viertels richtig lagen.“

Polizei sieht Erfolg groß konzertierter Maßnahmen mit der Stadt

Die Polizei hatte zusammen mit der Stadt Delmenhorst im Sommer 2016 zu einer groß konzertierten Aktion gegen die vergleichsweise hohe Kriminalität in dem Stadtteil geblasen. Wie der Leiter der Polizeiinspektion, Jörn Stilke, damals darlegte, lebten zwei Prozent der Stadtbevölkerung im Wollepark, aber elf Prozent aller Haftbefehle und gesuchten Personen entfallen auf dieses Quartier. „Polizeilich nicht mehr akzeptabel“ sei die Situation damals gewesen, sagte Stilke.

Wie Hoffmeyer nun schilderte, habe die Polizei seit Start dieser Aktion insgesamt:

  • 1650 Personen mit 476 Fahrzeugen kontrolliert,
  • 280 Menschen zu Erkenntnissen mit polizeilichem Bezug, was beispielsweise Straftaten aber auch Unfälle betreffen kann, befragt,
  • 21 Haftbefehle vollstreckt und
  • 31 Mal den Aufenthalt einer Person ermittelt, die beispielsweise von der Staatsanwaltschaft als Zeuge gesucht wird oder von einem Gericht ein Urteil zugestellt bekommt.

Hinzu kommen zahlreiche begleitende Maßnahmen. Hierzu zählt die Polizei beispielsweise zwei medienwirksame Tauchgänge im Wolleparksee und in Teilbereichen der Delme, um versenktes Diebesgut zu bergen. Im Sommer 2017 wurden hierbei unter anderem zwei leere Tresore entdeckt.

Abriss und Leerstand begünstigen Lage in Wollepark

Maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg der Beamten dürfte auch der Abriss der Wohnblöcke Am Wollepark 1-5 sowie der Leerstand der Blöcke 11-12 gehabt haben, wie Hoffmeyer sagte. Beide Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass es keinen Rückzugsraum „in die Anonymität“ mehr gebe.Weitere Details will die Polizei in einem Pressegespräch im April mitteilen.

Bahnhofbereich als neues Problemfeld

Pöbeleien und Körperverletzungen: Die Polizei beklagt die Lage im und um den Delmenhorster Bahnhof und verstärkt in jüngster Zeit die Personenkontrollen. Foto: Thomas Breuer

Gleichzeitig hielt Hoffmeyer fest, dass sich der Delmenhorster Bahnhofbereich immer mehr zum Schlechteren entwickele. Der stellvertretende Polizeichef nannte Pöbeleien, Rauschgiftvergehen oder Körperverletzungen als Beispiele. „Seit Ende 2017 ändert sich die Lage. Das wollen wir nicht hinnehmen. Unser Auftrag ist es, die Bevölkerung zu schützen“, so Hoffmeyer. Entsprechend hat die Polizei Personenkontrollen in jüngster Zeit im Bahnhofsbereich forciert. Die Entwicklung hier dürfte für die Beamten bitter sein: Vor einem Jahr berichteten sie, dass die Kriminalität im Bahnhofsumfeld im Vergleich um Jahr 2007 merklich zurückgegangen sei. Zwischen 2007 und 2015 hatte sich die Zahl der Straftaten fast halbiert.