Musikalische Zeitreise Tanzmusical „Footloose“ begeistert in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen

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Leben die Liebe zum Tanz aus: Die Jugend des spießigen Städtchens Bomont begehrt im Musical „Footloose“ auf. Foto: Jasmin JohannsenLeben die Liebe zum Tanz aus: Die Jugend des spießigen Städtchens Bomont begehrt im Musical „Footloose“ auf. Foto: Jasmin Johannsen

joh Delmenhorst. Tanzen ist kein Verbrechen“: Die Darsteller des Musicals „Footloose“ begehrten am Sonntag gegen strikte Verbote im Kleinen Haus auf. Auch mit einigen Schwächen kam die Inszenierung gut an.

Schmissige Songs und energiegeladene Tanzszenen dominierten am Sonntagabend im Kleinen Haus. „Footloose“, die Inszenierung der Seeberg-Showproduction, versetzte rund 380 Zuschauer in die Achtzigerjahre zurück. Trotz einiger Schwächen spendete das Publikum viel Applaus und ehrte die Bühnenkünstler mit stehenden Ovationen.

Die Jugend von Bomont will nur eines – und das ist Tanzen. Zu dumm, dass Bischof Moore (Ralf Bettinger) genau das verboten hat. Vor Jahren sind vier Jugendliche bei der Rückfahrt von einer Party umgekommen, seitdem beherrschen strikte Verhaltensregeln und tiefe Trauer die spießige Kleinstadt. Erst als der junge Ren (Alexander Wilbert) mit seiner Mutter von Chicago nach Bomont zieht, beginnen die Jugendlichen zu rebellieren. Ariel (Birgit Widmann), die Tochter des Bischofs verliebt sich nicht nur in den Großstädter, sondern auch in die Rockmusik und fortan kämpfen sie zusammen mit ihrer Clique für mehr Freiheit. Dank einer flammenden Rede lässt sich sogar der strikte Geistliche vom Tanzfieber anstecken, die Trauer kann überwunden werden und alle sind glücklich.

Tontechnik mit Problemen

Soweit wurde die Handlung des Tanzfilmklassikers mit Kevin Bacon aus dem Jahr 1984 (Neuverfilmung 2011) übernommen. Völlig unverständlich ist allerdings, dass die Inszenierung von Viktor Nagy und Sina Selensky in eine Amish-Gemeinde verlagert wurde. Dass die Vertreter dieser streng konservativen Glaubensgemeinschaft so einfach eine Modernisierung zulassen, ist komplett abwegig. Ein zweiter Wermutstropfen stellte die Tontechnik dar: Durch starke Übersteuerungen waren die Stimmen der Darsteller anfangs kaum bis gar nicht zu hören.

Ausgefeilte Tanzszenen

Beeindruckend waren dagegen die vielen ausgefeilten Tanzszenen zur bekannten Filmmusik. Ob Kenny Loggins „Footloose“, „Let’s hear it fort he boy“ von Deniece Williams oder Bonnie Tylers „Holding out for a hero“ – das Publikum klatschte und sang mit. Ausschlaggebend hierfür war die versierte Live-Band (Sebastian Horn am Keyboard, Luca Dechert am Saxophon, Emanuel Abanto an der Gitarre und Florian Toma am Bass), die ein perfektes musikalisches Fundament bot. Stimmlich konnte dagegen nur Ági Heiter als Bischofsfrau „Vi Moore“ hervorstechen. Ihre Soli belohnten die Zuschauer immer wieder mit viel Applaus. Zu Publikumslieblingen entwickelten sich zudem zwei weitere Nebendarsteller: Das neckende Paar Rusty (Lydia Gritz) und Willard (Max Menéndez Vázquez) sorgten für viele komödiantische Momente. Bei der zweiten Darbietung des Titelsongs sah das Publikum deshalb über die Schwächen der Produktion hinweg und applaudierte nicht nur langanhaltend, sondern zeigte seine Begeisterung auch durch stehende Ovationen.


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