Konrad Beikircher in Delmenhorst Heitere Geschichten aus dem rheinischen Universum

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„Passt schon“: Kabarettist Konrad Beikircher seziert in der Divarena auf geniale Weise die Eigenheiten der Rheinländer. Foto: Dirk Hamm„Passt schon“: Kabarettist Konrad Beikircher seziert in der Divarena auf geniale Weise die Eigenheiten der Rheinländer. Foto: Dirk Hamm

Delmenhorst. Er ist die Institution, wenn es darum geht, Sprache und Charakter der Rheinländer zu verstehen: Konrad Beikircher. Am Samstag begeisterte der Kabarettist sein Publikum in der Divarena.

Die Sprache der Rheinländer kann einem Außenstehenden schon einige Rätsel aufgeben. Ein Beispiel: Auf gleich vier verschiedene Arten spricht etwa der Kölner den Buchstaben „g“ aus, und mitunter kommen alle vier in einem einzigen Wort vor: „Sejelfluchzeuschslarer“.

Unumstrittener Experte für derlei Feinheiten ist Konrad Beikircher. Am Samstagabend machte der Kabarettist rund 65 Besucher in der Divarena auf höchst amüsante Weise mit den Besonderheiten der Sprache und des Charakters der Rheinländer vertraut.

Eine „Triologie“ mit 14 Teilen

Seit den 80er Jahren ist der in Südtirol geborene 72-Jährige auf den deutschen Kabarettbühnen unterwegs. Die „Rheinische Trilogie“ – oder wie der Rheinländer der einfacheren Aussprache wegen sagt: Triologie –, mit der Beikircher in den 90er Jahren für Furore sorgte, ist inzwischen auf 14 Teile angewachsen. Und noch immer ist dem begnadeten Geschichtenerzähler der Vorrat an kuriosen und erhellenden Geschichten aus dem, wie der Wahl-Bonner es nennt, „rheinischen Universum“ nicht ausgegangen.

Mit der Bahn im Ruhrgebiet verfahren

Aber auch zu improvisieren versteht der studierte Psychologe und Musikwissenschaftler. Genüsslich erzählte er von der Odyssee, zu der seine Anreise von Bonn aus mit der Bahn geriet, gipfelnd in der grandiosen Durchsage irgendwo im Ruhrgebiet: „Wir haben uns verfahren.“

Beikircher redet ohne Punkt und Komma, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, dennoch findet er nach immer wieder neuen und stets lohnenswerten Schlenkern problemlos zum Hauptthema zurück. Und das war an diesem Abend eine durchaus sympathische Eigenheit des Rheinländers: Er ist im Herzen Anarchist.

Klares Fazit: „Passt schon“

Der Kabarettist machte das an mehreren Jubiläen der vergangenen Jahre deutlich. Da wäre etwa das 70-jährige Bestehen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Offiziell wurde dieser Anlass groß gefeiert, doch den Rheinländer an sich hat das wenig interessiert. Denn niemals wäre er wie die Briten als Besatzungsmacht auf die verrückte Idee gekommen, sich mit seinem „natürlichen Feind“, den Westfalen, in einem Bundesland zusammenzutun.

„Passt schon“ heißt das aktuelle Programm Beikirchers. Und genau so könnte das Fazit nach einem großartigen Abend voller kluger Einblicke in die rheinische Seele lauten: „Passt schon“.


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