„Frauen müssen solidarisch sein“ Empfang in Delmenhorst thematisiert 100 Jahre Frauenwahlrecht

Von Jasmin Johannsen

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Erinnerten an die Zeit vor dem Wahlrecht: Schauspielerin Birgit Scheibe und Musikerin Karin Christoph führten das Theaterstück „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ beim Frauenempfang im Kleinen Haus auf. Foto: Jasmin JohannsenErinnerten an die Zeit vor dem Wahlrecht: Schauspielerin Birgit Scheibe und Musikerin Karin Christoph führten das Theaterstück „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ beim Frauenempfang im Kleinen Haus auf. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Der diesjährige Empfang zum Internationalen Frauentag stand ganz im Zeichen des Frauenwahlrechts. Im Foyer des Kleinen Hauses wurde ein Blick in die Vergangenheit gewagt.

„Frauen müssen sich stärker engagieren“, so lautete am Samstagvormittag beim jährlichen Empfang zum Internationalen Frauentag die einhellige Meinung. Rund 60 Gäste, darunter viele aus Politik und Ehrenamt, waren der Einladung von Organisatorin Petra Borrmann ins Foyer des Kleinen Hauses gefolgt. Unter dem Motto „1918–2018: 100 Jahre Frauenwahlrecht! Und was heißt das heute?“ erinnerte die städtische Gleichstellungsbeauftragte an den unermüdlichen Kampf der „Suffragetten“.

Erst Anfang 1919 durften Frauen in Deutschland wählen

„Die staatsbürgerliche Gleichstellung wurde uns Frauen nicht geschenkt“, erklärte Borrmann in ihrer Ansprache. Erst Anfang 1919 durften Frauen in Deutschland wählen und sich zur Wahl stellen. Im gleichen Jahr kandidierten auch in Delmenhorst erstmals Frauen für den Stadtrat. Von 21 Anwärterinnen bekamen vier einen Sitz: Frieda Hense, Else Meyer, Marie Schmidt und Minna Riefe waren die ersten Delmenhorster Ratsfrauen. „Heute hängen ihre Porträts im zweiten Stock des Rathauses“, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte.

Mit dem Theaterstück „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ wurden die Zuschauerinnen in die Zeit vor dem Frauenwahlrecht entführt. Die Schauspielerin Birgit Scheibe mimte die in Verden geborene Frauenrechtlerin und erste promovierte Juristin Deutschlands, Dr. Anita Augspurg, und hielt in dieser Rolle eine flammende Rede für den Feminismus.

„Empört euch, engagiert euch, einigt euch!“

„Empört euch, engagiert euch, einigt euch!“, rief sie dem Publikum entgegen, während die Musikerin Karin Christoph das Schauspiel mit dem Akkordeon, der Geige und gesanglich untermalte.

Nach dem Kurzfilm „Agentinnen des Wandels“, der die Arbeit von Gleichstellungsbeauftragten veranschaulichte, lud Borrmann die anwesenden Politikerinnen ein, ihre Motive für ihr Engagement offenzulegen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen meinte, dass sie sich immer stärker als ihre männlichen Kollegen bewähren musste. „Frauen müssen solidarisch sein“, schlussfolgerte sie daraus. Auch die Delmenhorster Ratsfrau Edith Belz hatte nach eigenen Worten vor allem während des Studiums mit Diskriminierung zu kämpfen: „Immer musste ich mich rechtfertigen, dass ich als Frau Ingenieurwesen studierte.“ Anne Wilkens-Lindemann von der Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft“ riet den Anwesenden, sich zu organisieren. Sie erklärte: „Nur so können wir etwas erreichen.“


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