Kriminalstatistik 2017 Rauschgiftdelikte im Landkreis nehmen drastisch zu

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Einbrecher sind im Landkreis ein anhaltendes Problem. Diese „reisenden Täter“ sind für die Polizei nur schwer zu fassen. Symbolfoto: imago/Jochen TackEinbrecher sind im Landkreis ein anhaltendes Problem. Diese „reisenden Täter“ sind für die Polizei nur schwer zu fassen. Symbolfoto: imago/Jochen Tack

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Im Landkreis Oldenburg lebt es sich sicher – sicherer ist man nur in Brake. Das ist eine Grundaussage der polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2017. Ein extremer Ausreißer ist bei den Rauschgiftdelikten zu verzeichnen. Und den Landkreis plagen fortwährend reisende Einbrechergruppen.

Die Zahl der Straftaten ist im Landkreis Oldenburg im Vergleich zum vergangenen Jahr fast unverändert geblieben. Insgesamt sank die Zahl der Delikte von 6420 auf 6409 (0,17 Prozent). Das geht aus der Kriminalstatistik 2017 hervor, die am Freitag in der Polizeiinspektion Delmenhorst vorgestellt worden ist. Zugleich stieg die Aufklärungsquote um deutliche 4,42 Prozent. Derzeit deckt die Polizei im Landkreis knapp mehr als die Hälfte (56,6 Prozent) aller ihr bekannten Straftaten auf.

Nur in Brake lebt es sich sicherer

Generell hielt Gudrun Jacobs, Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes in Wildeshausen, fest, dass die Zahl der Straftaten seit Jahren rückläufig ist. 2009 zählte die Polizei noch 7617 Delikte. Ihre Zahl hat seitdem um 1208 abgenommen. Generell lässt sich die allgemeine Sicherheit an der sogenannten Häufigkeitszahl ablesen, ein statistisches Mittel, dass sich aus der Einwohnerzahl der Kommune und der Gesamtzahl der Delikte errechnet. Der Wert für den Landkreis – 4950 – ist im Vergleich mit anderen Kommunen innerhalb der Polizeiinspektion ziemlich niedrig. Nur in Brake lebt es sich sicherer.

Ganderkeseer Bande lässt Zahl der Rauschgiftdelikte explodieren

Trotz der positiven Langzeitentwicklung hält die Polizei einen extremen Ausreißer fest: Insgesamt 481 Rauschgiftdelikte zählte sie 2017 – das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr (265). „Hinter dieser enormen Steigerung stehen vor allem die Fälle einer Tätergruppe in Ganderkesee “, sagte Jacobs. 90 bis 100 Taten gingen auf diese Gruppe zurück, deren Angehörige zum großen Teil weiche Drogen beschafft, untereinander verkauft und dann konsumiert haben. „So erklärt sich die hohe Zahl der Einzelfälle“, beschrieb Jacobs. Zudem habe die Polizei verstärkt Kontrollen mit Rauschgiftbezug ausgeführt, sagte die Chef-Ermittlerin zur Gesamtzahl.

Zudem hat die Landkreis-Polizei bei den Rohheitsdelikten eine leichte Zunahme verzeichnet. Ihre Zahl stieg um 30 auf 920 im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Anteil daran machten die Körperverletzungen aus, in diesem Bereich ist die Statistik praktisch unverändert (+18 auf 623).

Deutlicher Rückgang bei Diebstählen

Deutlich rückläufig zeigen sich die Zahlen hingegen bei den Diebstählen. Von 2341 sank ihre Zahl deutlich auf 2143 – das ist ein Minus von 9 Prozent. Zu ihnen zählen auch die Fahrraddiebstähle, die leicht um fünf auf 451 angestiegen sind. Das ist nahezu unverändert. Allerdings fällt in den Polizeigrafiken zu eine steil nach oben zeigende Kurve auf: die der Aufklärungsquote. 17 Prozent aller Fahrraddiebstähle wurden 2017 aufgeklärt, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinter vielen dieser Diebstähle stehen laut Jacobs die Taten „eines aktiven Herren“ aus Wildeshausen, der gleich mehrfach in wiederholter Art und Weise auffiel und zwischenzeitlich immer wieder in Haft saß.

Einbrüche im Landkreis sind anhaltendes Problem

Als anhaltendes Problemfeld schilderte die Chef-Ermittlerin aus dem Landkreis die Wohnungseinbrüche. Zwar sank ihre Zahl im Jahresvergleich leicht auf 275, allerdings liegt sie damit immer noch weit über dem Stand von 2007, als 150 Einbrüche notiert worden waren. Auch die Aufklärungsquote verschlechterte sich in dem Feld, in dem es Ermittler ohnehin schwer haben, im Jahresvergleich auf 21 Prozent (-2,7 Prozent). „Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen stammen nicht aus dem Landkreis. Wir gehen von reisenden Tätern aus, die die gute Autobahnanbindung des Landkreises nutzen, um phasenweise Ortschaften zu ,überfallen‘“, sagte Jacobs überspitzt. Frustrierend für die Ermittler: „Bis wir die Sachlage des Einbruchs sortiert haben, sind die schon wieder in Schleswig-Holstein oder anderswo.“

(Weiterlesen: Deutlich weniger Straftaten in Delmenhorst – aber die Einbrüche ziehen an)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN