Kriminalstatistik 2017 Zahl der Straftaten in Delmenhorst sinkt deutlich

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In fast allen Bereichen ist 2017 die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Eine Ausnahme bilden die Wohnungseinbrüche, die um zehn Prozent angezogen haben. Symbolfoto: dpaIn fast allen Bereichen ist 2017 die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Eine Ausnahme bilden die Wohnungseinbrüche, die um zehn Prozent angezogen haben. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Weniger Straftaten, eine bessere Aufklärungsquote – und eine gestiegene Zahl bei Einbrüchen: Das sind die Kernaussagen der polizeilichen Kriminalstatistik 2017, die am Freitag vorgestellt worden ist. Allgemein gilt der Satz: In Delmenhorst lässt es sich sicher leben.

Delmenhorst, eine Insel der Sicherheit. So könnte man die Zahlen der neuen Kriminalstatistik 2017 deuten. „Insgesamt nehmen die Straftaten ab, das ist ein absolut positiver Trend“, sagte der stellvertretende Inspektionsleiter Carsten Hoffmeyer. Das gelte sowohl für Delmenhorst als auch das übrige Gebiet der hiesigen Polizeiinspektion. Damit setzt sich das fort, was bereits vor einem Jahr beschrieben worden war.

Zahl der Delikte sackt um 500 ab

2017 hat die Polizei insgesamt 6141 Straftaten vermerkt, das sind exakt 500 Delikte (-7,5 Prozent) weniger, als im Vorjahr. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagte Hoffmeyer dazu. Gleichzeitig hat sich die Aufklärungsquote leicht auf 63 Prozent (+1 Prozent) erhöht. Der allgemeine Trend lässt sich am besten in der Langzeitbetrachtung nachvollziehen: 2007 noch bearbeitete die Polizei 7388 Fälle. Seitdem ist diese Zahl um fast 1250 (-17 Prozent) gesunken. Hoffmeyer: „Das ist ein Niveau, das seines Gleichen sucht. Die Zahlen sprechen absolut gegen den schlechten Ruf Delmenhorsts, den die Stadt in Sachen Kriminalität hat. In Delmenhorst kann man sicher leben.“

Positiver Trend in allen Bereichen – nur bei Einbrüchen gibt es ein Plus

Diese Entwicklung zieht sich in Delmenhorst durch fast alle Bereiche: So sank die Zahl der Rohheitsdelikte 2017 im Vergleich zum Vorjahr auf 783 (-95). Den größten Anteil daran haben die Körperverletzungen, die ebenfalls auf 571 Taten (-39) sanken. Zahlenmäßig am meisten schlagen die Diebstähle ins Kontor. Diese nahmen von 2958 auf 2303 ab – ein sattes Minus von 22 Prozent. Das ist kein Vergleich mit der Lage in 2007, als noch fast 3590 Diebstähle registriert wurden. Größte Untergruppe sind hier die Fahrraddiebstähle, die von 910 auf 480 absackten – ein Minus von mehr als 50 Prozent. Bei den Rauschgiftdelikten sank die Zahl auf 287 (-33). Der einzige Ausreißer nach oben ist bei den Einbrüchen zu verzeichnen: Hier stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl von 171 auf 188 (+ 10 Prozent).

Bandenkriminalität steckt hinter zahlreichen Diebstählen und Einbrüchen

Bei Diebstählen und Einbrüchen zeigt sich zudem, welche Wirkung Banden auf die Zahlen haben können: Laut Oliver Lenz, stellvertretender Leiter des Zentralkriminalen Dienstes, stand unter anderem eine albanische Tätergruppe hinter dem Anstieg bei den Einbrüchen, die ihre Taten zwar 2016 verübte, polizeilich aber erst 2017 abgeschlossen wurden. Darum stieg hier die Aufklärungsquote auf 36 Prozent – das ist eine Verdoppelung der Quote des Vorjahres.

Und für zahlreiche Fahrraddiebstähle im Jahr 2016 sei eine polnische Tätergruppe verantwortlich gewesen, so Lenz. Dass diese nicht mehr wirkt – weil Beteiligte in Haft sitzen oder außer Landes sind – schlage sich das auf das dicke Minus bei den Diebstählen nieder. Diese Banden stellen sich laut dem Leiter der polizeilichen Analysestelle, Jörg Swarovsky, aus „professionellen Tätern“ zusammen, stammen oft von außerhalb und „grasen“ verschiedene Ortschafen im Land nach und nach ab. Diese Entwicklung lasse sich ebenfalls im Landkreis Oldenburg beobachten.


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