Delmenhorster Firma zuversichtlich Druckhaus Rieck produziert trotz Insolvenz weiter

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Die Zeitungsproduktion im Delmenhorster Druckhaus Rieck geht trotz Insolvenz weiter. Archivfoto: Dieter FreeseDie Zeitungsproduktion im Delmenhorster Druckhaus Rieck geht trotz Insolvenz weiter. Archivfoto: Dieter Freese

Delmenhorst. Die beiden Druckhäuser der Delmenhorster Rieck Medien GmbH & Co. KG mit 121 Mitarbeiter haben am Donnerstag, 8. März, einen Insolvenzantrag gestellt. Nicht betroffen ist das Delmenhorster Kreisblatt.

Die in Delmenhorst und Haldensleben tätigen Druckhäuser der Rieck Medien GmbH & Co. KG haben nach Eigenangaben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. „Vor allem das harte Wettbewerbsumfeld und der starke Verdrängungswettkampf in der Druckbranche hatten zu einer finanziellen Schieflage geführt“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster mit. Verhandlungen über einen Verkauf des Unternehmensbereichs seien kürzlich abgebrochen worden. Nicht von der Insolvenz betroffen ist die seit 2015 nicht mehr zur Unternehmensgruppe gehörende Lokalzeitung Delmenhorster Kreisblatt, bekräftigten Köster sowie die Geschäftsführer Dirk Schulte Strathaus und Frank Dallmann.

Verdrängungswettkampf

Hintergrund der finanziellen Schieflage sind den Angaben zufolge das harte Wettbewerbsumfeld in der Druckbranche sowie der starke Verdrängungswettkampf durch die digitale Transformation. Verhandlungen über einen Verkauf der Drucksparte seien kürzlich abgebrochen worden. Aktuell beschäftige der 1822 gegründete Unternehmensbereich 121 festangestellte Mitarbeiter an den Standorten in Delmenhorst und Haldensleben und habe im zurückliegenden Geschäftsjahr rund 14 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Löhne abgesichert

In einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag, 8. März, teilte Köster mit, das Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur bis Ende Mai 2018 abgesichert seien. Der Geschäftsbetrieb könne bis auf Weiteres aufrechterhalten werden. Mit Blick auf die Sanierungschancen zeigte sich Köster nach einer ersten Bestandsaufnahme vorsichtig optimistisch. Köster: „Dass das operative Geschäft weiterlaufen kann, ist eine gute Nachricht. Nach dem jüngst abgebrochenen Verkaufsprozess prüfen wir jetzt Alternativen für eine Sanierung.“ Schulte Strathaus und Dallmann erklärten: „Wir haben uns lange gegen den negativen Trend gestemmt. Unsere Bemühungen haben leider nicht vollständig ausgereicht, um die negativen Effekte zu kompensieren. Mit dem Insolvenzantrag verbinden wir die Hoffnung auf einen Neuanfang, um die Gesellschaften mit einem starken Partner neu aufzustellen.“


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