Klinikneubau in Delmenhorst Stadt hegt starke Zweifel am Krankenhausstandort Mitte

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Krankenhausneubau in der Delmenhorster Innenstadt ist nicht mehr unumstößlich. Archivfoto: Sonia VoigtDer Krankenhausneubau in der Delmenhorster Innenstadt ist nicht mehr unumstößlich. Archivfoto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Der Krankenhausneubau in der Delmenhorster Innenstadt ist nicht mehr unumstößlich: Die Stadt sieht große Unsicherheit in puncto Grundstückübernahme von der insolventen Stiftung St. Josef. Zudem übersteige der Brandschaden aus dem Herbst 2016 die Versicherungsgelder. Nun überlege man mit dem Landessozialministerium, wie die Krankenhaus-Fördermillionen erhalten werden können.

Das könnte die Wende weg vom Neubaustandort in der Stadtmitte für das Delmenhorster Krankenhaus sein: Wie der Erste Stadtrat Markus Pragal und Stadtbaurätin Bianca Urban am Donnerstag im Pressegespräch nach dem Verwaltungsausschuss vom Vorabend bekannt gaben, haben sich aus Sicht der Stadt die Rahmenbedingungen für einen JHD-Krankenhausneubau in der Stadtmitte geändert. Verantwortlich hierfür seien zwei Gründe:

  • Zum Ersten führt die Stadt die Insolvenz der Stiftung St. Josef an, die bisherige mehrheitliche Anteilseignerin des Josef-Hospitals Delmenhorst. Mit der Insolvenz „ist unklar, ob und wann sowie zu welchem Preis die benötigten Flächen für den Krankenhaus-Neubau von der Stadt übernommen werden können“, wird Oberbürgermeister Axel Jahnz in einer Mitteilung des Rathauses zitiert, beim Gespräch selbst war er nicht dabei.
  • Zum Zweiten sei der Brand des ehemaligen St. Josef-Stifts im September 2016 noch nicht vollständig abgewickelt. Eine „detaillierte Prüfung der Aktenlage“ habe ergeben, „dass der Brandschaden höher ist als die Erstattungen aus der Versicherung“. Zudem sei eine Sanierung der für den Krankenhausbetrieb erforderlichen Gebäudeteile nicht begonnen worden.

Stadt sieht „Ausnahmesituation“

Diese beiden Gründe bilden für die Stadt eine so wörtlich „Ausnahmesituation“. Politik, Verwaltung und die Krankenhaus-Geschäftsführung beraten darüber, diesen „Ausnahmetatbestand“ bei den Fördermittelgebern, das Land Niedersachsen und der Bund, vorzubringen, um nach einer Lösung zu suchen. Laut Jahnz stehe man mit dem Sozialministerium in Kontakt, um eine Fristverlängerung zum Beginn der Baumaßnahmen zu beantragen. Laut Pragal war hier das Ende des Jahres 2018 als spätester Termin für den Baubeginn angegeben.

Sozialministerium kündigt Verhandlungsbereitschaft an

Auf Nachfrage teilt das Niedersächsische Sozialministerium mit, dass der „derzeit gültige Förderbescheid an den Standort Mitte gebunden“ ist, ein Mittelabruf für einen anderen Standort ist auf dieser Basis nicht möglich. Allerdings sagt Sprecher Uwe Hildebrandt auch, dass „aufgrund neuer Rahmenbedingungen“ wie der Insolvenz der Stiftung der Stadt zugesagt wurde, gemeinsam nach Alternativen zu suchen. Dies habe auch Einfluss auf das medizinische Konzept, dass bei der Antragstellung eingereicht wurde. Dies müsse neu verhandelt werden, so Hildebrandt.

Oberbürgermeister Axel Jahnz überzeugt von richtigem Handeln

Unabhängig von der Standortfrage hält die Stadt weiter an dem Sanierungskonzept des Krankenhauses fest. Am vergangenen Freitag setzte Oberbürgermeister Axel Jahnz seine Unterschrift unter den Kaufvertrag. Voraussetzung für die erfolgreiche Sanierung ist auch der angekündigte Stellenabbau im Krankenhaus. Diesen Freitag sollen rund 130 Kündigungen ausgesprochen werden. Laut Jahnz war der Schritt, das Krankenhaus in städtische Regie zu bekommen, ein wichtiger, um sich mit dem Neubau, der Brandsanierung und der Stiftungsinsolvenz zu befassen. Jahnz: „Ich bin überzeugt, dass auch hier die richtigen Entscheidungen getroffen werden.“

Mehr Informationen folgen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN