Einkaufsqualität im Smartphone Delmenhorster Händler vor schwerem Weg ins Netz

Von Kai Hasse

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Delmenhorst. Neue Verkaufswege im Internet waren das Thema bei einem Vortrag der dwfg in Delmenhorst. Ein Weg wäre eine Verkaufsplattform via Ebay. Nur wenige Kaufleute waren zu dem Vortrag gekommen.

Ein gutes Dutzend Teilnehmer waren zur ersten Veranstaltung in diesem Jahr der „City Impulse“ der Delmenhorster Wirtschaftsförderungs Gesellschaft gekommen. Anfangs war als Veranstaltungsort die Markthalle geplant, später wich man auf den Mehrzweckraum im City-Center aus. Botschaft des Abends: Im Internet wartet ein gutes weiteres Standbein für lokale Kaufleute. Aber: Das kostet Geld, Personal und braucht politische Unterstützung.

Laut des Handesverbands Deutschland (HDE) werde bis zum Jahr 2021 jeder zehnte derzeitige Laden schließen. Eine Zahl, die Citymanagerin Nicole Halves-Volmer zu Beginn ins Spiel bringt. Tatsächlich geben auch in Delmenhorst immer wieder Geschäfte auf. Das soll so nicht weitergehen – helfen soll der Kommerz via Internet. Das beginne mit dem eigenen Online-Auftritt, setze sich mit sozialen Medien fort und gipfele dann in einem brummenden Online-Handel. „Wir müssen die Qualität der Innenstadt online erlebbar machen“, so Halves-Volmer.

„Das kommt nicht von selber“

Das leuchtende Beispiel dafür liegerte Bernd Öhlmann, Wirtschaftsförderer aus Diepholz. Seine Stadt hatte einen Wettbewerb des HDE zusammen mit Ebay gewonnen, wodurch er einen Ebay-Laden auf der Internet-Platzform, nur aus Diepholzer Unternehmen gespeist, einrichten konnte. Die Gewinne seien erklecklich, aber das fordere auch einiges an Mühe: „Das kommt nicht von selber – man muss etwas dafür tun!“, sagte der Referent. Manche Händler in Diepholz seien leider relativ bald von dem Projekt des gemeinsamen Ebay-Shops im Internet abgekommen, als sie gemerkt hatten, dass sie ihr Online-Angebot hegen müssen, wofür beispielsweise mindestens hundert Fotos von Produkten hochgeladen werden mussten. Letztlich sei es aber eine Investition gewesen, die Kunden bindet. Öhlmann holte sein Smartphone aus dem Jackett, wedelte damit: „Da müssen sie rein – ins Smartphone ihrer Kunden.“ Das sei bei einigen schwer gewesen – weil sie noch die Rechnungen mit der Schreibmaschine schrieben.

Erstmal nur ein weiterer Vertriebskanal

Theoretisch könne das zu einer Verbesserung des Umsatzes führen. „Zunächst ist das aber nur ein weiterer Vertriebskanal“, sagte Öhlmann. „Damit allein werden sie nicht mehr Menschen in die Innenstadt bekommen.“ Deshalb müsse man Angebote an Aktionen am eigentlichen Laden binden, oder die Kunden dazu bringen, ihre Ware vor Ort abzuholen. „Warum sollten die in Ihren Laden kommen wollen? Es muss etwas zum Erleben geben, dann kommen die Leute!“ Das Gesamtprojekt brauche Unterstützung von Verwaltung und Politik. „Die Politik muss verstehen, dass das Geld kostet.“ Allein Diepholz, 17000 Einwohner, habe eineinhalb weitere Stellen für die Betreuung des Ebay-Projektes samt Werbung und Workshops für Händler eingerichtet. Denn allein könne ein Händler das nicht stemmen, es brauche Unterstützung, wie etwa durch eine kommunale Institution.


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