Rückholdienst und Arzt-Hotline für Urlauber Neue Leistungen gegen den Mitgliederschwund beim DRK

Von Ole Rosenbohm

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Kämpfen um Mitglieder: (von links) Volkmar Schultz-Igast vom DRK-Flugdienst, Landesverbands-Präsident Dieter Holzapfel, der Delmenhorster Kreisvorsitzende Heinz-Gerd Lenssen und Geschäftsführer Bernd Schmitz. Foto: Ole RosenbohmKämpfen um Mitglieder: (von links) Volkmar Schultz-Igast vom DRK-Flugdienst, Landesverbands-Präsident Dieter Holzapfel, der Delmenhorster Kreisvorsitzende Heinz-Gerd Lenssen und Geschäftsführer Bernd Schmitz. Foto: Ole Rosenbohm

Delmenhorst/Oldenburg. DRK-Mitglieder können im Ausland das weltweite medizinische Netzwerk der Hilfsorganisation nutzen. Im Bedarfsfall können sie sich sogar unter fachärztlicher Begleitung zurückfliegen lassen.

Das Rote Kreuz kennt jeder, die meisten finden die vielfältig aufgestellte Hilfsorganisation auch gut und dennoch verliert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) jedes Jahr (Förder-)Mitglieder. Im Landesverband Oldenburg seit 1990 mehr als die Hälfte: Von 54.000 sank ihre Zahl auf weniger als 25.000. Ein Verlust von rund einer halben Million Euro pro Jahr.

Telefonischer Rat im Urlaub

Eine Marketingoffensive soll diesen Trend umkehren. Das Ziel: Fördermitglieder und Aktive sollen etwas bekommen für ihre mindestens 36 Euro im Jahr. Als erstes dürfen sie eine neue medizinische Hotline sowie ein Rückholdienst für im Ausland Erkrankte nutzen. Die Hotline ist neu, den Rückholdienst gibt es schon seit 1976. Allerdings machten zunächst von den zehn Kreisverbänden im hiesigen Landesverband nur Cloppenburg und Delmenhorst mit. Nach einem Jahr Überzeugungsarbeit nun verkündete Landesverbands-Geschäftsführer Bernd Schmitz die hundertprozentige Beteiligung – plus Hotline. Bei der können DRK-Mitglieder im Ausland mit Fachärzten in Deutschland über ihr medizinisches Problem sprechen. Bei Bedarf organisiert der Service Telefon-Konferenzen mit dem Arzt vor Ort und einem Dolmetscher. Der Dienst ist rund um die Uhr erreichbar, seine 39 Fachärzte sprechen 19 Sprachen.

250.000 Rückholungen

Bei schwereren Problemen kommt der DRK-Flugdienst ins Spiel. 250.000 Mal habe er schon geholfen, für Schwererkrankte oder Verletzte den Rücktransport organisiert oder selbst durchgeführt. Das DRK verspricht eine „garantierte Rückholung nach 14 Tagen Krankenhausaufenthalt“, ob über Land oder per Learjet mit Facharzt und Sanitäter, auch aus Krisengebieten. Wenn die Eltern verunglücken, holen die DRK-Leute die Kinder nach Hause. Den Dienst nutzen darf auch der Partner des Förderers (oder aktiven Mitglieds) sowie die Kinder, solange sie Kindergeld beziehen. Wichtig übrigens: Es handelt sich um einen Zusatz-Service, eine Reise-Krankenversicherung ersetzt er nicht.

In Delmenhorst ist die Mitgliederzahl um mehr als die Hälfte eingebrochen

Die Kosten liegen bei 1,21 Euro pro Mitglied und Jahr. Auch Geld, aber wohl gut angelegt, sollte über dieses Angebot der Mitgliederschwund gestoppt werden können. In Delmenhorst etwa sind es nur noch 1200 plus 160 Aktive – es waren mal 3000, bedauert der Vorsitzende Heinz-Gerd Lenssen. Und das, obwohl der Kreisverband schon lange am Rückholdienst-Programm für seine Leute beteiligt ist. „Wir reden zu wenig darüber“, so Lenssen. Mit der neuen Marketing-Offensive soll sich das ändern.


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