Ende Mai ist Schluss Café im Kunsthandwerk in Delmenhorst schließt

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Das Café im Kunsthandwerk und der Verein Kunsthandwerk Nordwolle sind bald Geschichte – sehr zum Leidwesen von (von links) Iris Engler, Carolin Steineker, Heide Borchers-Suchhardt, Ilona Topp, Marion Gerbes und Steffi Huffnagel. Foto: Marco JuliusDas Café im Kunsthandwerk und der Verein Kunsthandwerk Nordwolle sind bald Geschichte – sehr zum Leidwesen von (von links) Iris Engler, Carolin Steineker, Heide Borchers-Suchhardt, Ilona Topp, Marion Gerbes und Steffi Huffnagel. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Das Café im Kunsthandwerk schließt seine Türen. Und auch der Verein Kunsthandwerk Nordwolle hat keine Zukunft mehr.

Nein, leicht gefallen ist die Entscheidung niemandem. Aber am Ende, da hat es dann einfach keine wirtschaftliche Perspektive mehr gegeben. Rund sieben Jahre nach der Gründung ist das Café im Kunsthandwerk, Fabrikhof 1, bald Geschichte. Am 31. Mai ist Schluss auf der Nordwolle. „Eine erneute Kalkulation gibt einfach keine überlebensfähige Aussage her“, sagt Iris Engler, die das Café im Februar 2011 eröffnet hat – inmitten der Räume des im April 2009 entstanden Ladens Kunsthandwerk, aus dem 2016 dann der Verein Kunsthandwerk Nordwolle hervorgegangen ist. Auch der Verein beendet nun Ende Mai seine Tätigkeit und schließt den Laden. Die Initiatorinnen Ilona Topp, Helga Koepke und Heide Borchers-Suchhardt wollen weitermachen, nicht mehr als Verein, vielleicht im Netz – oder dort, wo sich neue Räume günstig finden lassen.

Zu wenig Laufkundschaft

„Für ein Café gibt es an diesem Standort zu wenig Laufkundschaft“, bedauert Iris Engler. Die sei aber nun einmal unbedingt erforderlich, um einen zuverlässigen Anteil der notwendigen Einnahmen abdecken zu können. Die Stammkundschaft allein, bei der sich Engler ausdrücklich für die Treue bedankt, reiche nicht. Engler, die seit 2016 im Café-Betrieb Unterstützung von Carolin Steineker als Mitinhaberin gefunden hat, gibt als weiteren Grund für die Schließung an, dass die begrenzten Räumlichkeiten ein Problem darstellten. Mehr als 30 Gäste gleichzeitig sind auf 40 Quadratmetern in dem denkmalgeschützten Haus, dem ehemaligen Männerlogierhaus, nicht unterzubringen. Größere Gruppen mussten daher oft abgewiesen werden und auf „Kaffee und Kuchen in einer Atmosphäre wie bei Oma zu Hause“ verzichten.

Kleine Konzerte, Seminare und Lesungen haben im Café Publikum angezogen, doch nicht immer war es so voll, wie es die Inhaberinnen gern gehabt hätten. Der von Bäumen beschattete Garten bot im Sommer ein idyllisches Ambiente. „Es geht jetzt ein Lebensabschnitt zu Ende. Wir sind traurig, dass wir diese tolle Zeit hinter uns lassen müssen“, betont Engler. Das Café und der Laden sind untrennbar miteinander verwoben. Deshalb ist die Traurigkeit jetzt doppelt da. Auch die engen Kooperationen mit der VHS und dem Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur sind bald passé.

Abschlusstag mit Musik

„Bis Ende Mai läuft der Betrieb normal weiter. Eine Lesung mit dem Bremer Autoren Markus Tönnishoff am (5. April, 18.30 Uhr) und ein großer Abschlusstag (2. Juni, 14 bis 18 Uhr) mit Musik von Fährmann sind noch fest geplant“, sagt Engler, die sich ganz besonders bei Marion Gerbes bedankt, der guten Fee des Cafés. Am Abschlusstag werden allen Beteiligten die Trauer noch einmal ganz bewusst erleben, dennoch soll mit den Gästen gefeiert werden.


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