Theaterstück in der Villa Reise ins wahre Leben weckt Langweile in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen

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Konnte die Zuschauerinnen im Familienzentrum Villa nicht überzeugen: Cornelia Gutermann-Bauer mit ihrem Ein-Personen-Stück „Das wahre Leben ist doch anders!“ Foto: Jasmin JohannsenKonnte die Zuschauerinnen im Familienzentrum Villa nicht überzeugen: Cornelia Gutermann-Bauer mit ihrem Ein-Personen-Stück „Das wahre Leben ist doch anders!“ Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Zum Internationalen Frauentag wurde am Montag im Familienzentrum Villa die Komödie „Das wahre Leben ist doch anders!“ aufgeführt. Das Ein-Personen-Stück feierte allerdings keinen Erfolg beim Publikum.

Delmenhorst. Eine „leichte und immer süffisant witzige Komödie voller Drive und Energie“ sollte am Montagabend anlässlich des Internationalen Frauentags im Familienzentrum Villa gezeigt werden. So jedenfalls lautete die Vorankündigung zu „Das wahre Leben ist doch anders!“. Das Ein-Personen-Stück frei nach Anton Tschechow mit Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer konnte die Erwartungen allerdings nicht erfüllen – einige der rund 40 Zuschauerinnen verließen den Saal noch vor der Pause.

Mehrere Rollen für eine Darstellerin

Es war ein hohes Ziel, das Gutermann-Bauer sich gesteckt hatte: Sie verkörperte in dem Stück nicht nur eine Frau, die seit dem Tod ihres Ehemanns von Depressionen geplagt wird, sondern auch deren Diener und einen Fremden, der mit der reichen Witwe streitet und ihr wenig später doch verfällt. Nach einem kurzen Seelenstriptease, in der die namenlose Protagonistin sich über ihr langweiliges Leben beschwert („Aufstehen, waschen, Tee trinken… es ist immer das Gleiche“) und auf ein Zeichen wartet, das sie aus dem Trott holen könnte, betritt schon ein zweiter Charakter die Bühne. Der machohafte Gutsbesitzer Stefan Meyer treibt Schulden ein und steuert dabei auch das Anwesen der Witwe an.

Ein weiterer Darsteller fehlt

Damit hatten die darstellerischen Möglichkeiten allerdings ein Ende erreicht. War zuvor ein glaubhafter Monolog einer desillusionierten Mittdreißigerin gezeigt worden, so sprang Gutermann-Bauer nun von der einen Seite der Bühne zur anderen, um die zänkischen Figuren zumindest räumlich zu differenzieren. Obwohl sie die Charaktere sehr unterschiedlich und ausdrucksstark spielte, schien der Eindruck nicht zu schwinden, dass ein weiterer Darsteller das Stück bereichert und das Geschehen verdeutlicht hätte. So saßen die sehr spärlichen Wortwitze nicht und auch die Pointen riefen höchstens ein leichtes Schmunzeln bei den Zuschauerinnen hervor. Selbst der Running Gag (Gutermann-Bauer verschluckte sich bei jedem Glas Schnaps aufs Neue) führte zu keinen Lachern.

Bedenkliche Botschaft

Das Fazit des Abends: „Wohlstand, Reichtum, Freiheit und Unabhängigkeit allein vermögen den Menschen nicht glücklich zu machen.“ Die Aussicht auf einen Mann vermag eine Frau allerdings aus ihren Depressionen zu holen – so ergeht es zumindest der Protagonistin. Eine bedenkliche Aussage, nicht nur in Anbetracht des Internationalen Frauentags.


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