Kündigungen am Freitag JHD in Delmenhorst will rund 130 Mitarbeitern kündigen

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130 Mitarbeiter sollen das insolvenzbedrängte Josef-Hospital verlassen. Archivfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa130 Mitarbeiter sollen das insolvenzbedrängte Josef-Hospital verlassen. Archivfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Delmenhorst. Am Freitag will das Josef-Hospital in Delmenhorst im Zuge der Insolvenz rund 130 Kündigungen aussprechen. Das bestätigte Geschäftsführer Florian Friedel auf dk-Nachfrage. Bedienstete im Service-Bereich müssen künftig Gehaltseinbußen hinnehmen.

Rund 130 Mitarbeiter sollen am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens gekündigt werden. Diese sollen am Freitag, 9. März, informiert werden. Das teilt der Geschäftsführer des Krankenhauses, Florian Friedel, auf dk-Nachfrage mit, nachdem am Montag andere Zahlen öffentlich geworden waren.

„Am Ende werden rund 830 Mitarbeiter im Krankenhaus tätig sein.“

(Weiterlesen: Stadt Delmenhorst übernimmt das JHD)

Damit korrigierte er Angaben des stellvertretenden JHD-Betriebsratsvorsitzenden Arthur Harms, der vor den Verdi-Senioren über den derzeitigen Stand der Insolvenz berichtet hatte. Harms sprach von 142 zu kündigenden Mitarbeitern. Friedel konkretisiert, dass die Geschäftsführung bislang von rund 120 zu streichenden Stellen ausgegangen ist. „Das hat sich auch so bestätigt.“ Auf diese Stellen verteilen sich nun die rund 130 Mitarbeiter. Von dieser Zahl unberührt sind laut Friedel Mitarbeiter, die in den vergangenen Monaten bereits selbst gekündigt, die Rente angetreten haben oder die aufgrund einer Langzeiterkrankung gar nicht mehr fürs Krankenhaus tätig waren und keine Stelle besetzt hatten. Derzeit gibt es laut Friedel 960 Beschäftigte im JHD, „am Ende werden rund 830 Mitarbeiter im Krankenhaus tätig sein“.

Krankenhaus-Name wird vorerst beibehalten

Zudem kündigte der Geschäftsführer an, dass der Name Josef-Hospital Delmenhorst vorerst erhalten bleiben soll. Der Grund: Ein Namenswechsel mit all seinen Folgen koste einen sechsstelligen Betrag. Diese Mittel wolle man aktuell nicht aufwenden. Detaillierter wollte sich Friedel zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

Gekündigte sollen weniger Abfindung erhalten

Betriebsrat Arthur Harms sagte vor den Verdi-Senioren zu den Kündigungen: „Das tut weh. Einige Kollegen kenne ich seit Jahrzehnten.“ Seinen Angaben nach solle die Altersstruktur der Mitarbeiterschaft erhalten werden. Weiter sagte Harms, dass Gekündigte als Abfindung nicht wie üblich ein halbes Monatsgehalt für jedes Betriebsjahr erhalten sollen, sondern maximal zweieinhalb Monatsgehälter – so sehe es das Insolvenzrecht vor. Markus Kohlstedt von der insolvenzbegleitenden Kanzlei Eckert bestätigte dies auf Nachfrage. Demnach sei ein Drittel der freien Insolvenzmasse für den Sozialplan veranschlagt – wie hoch diese Summe am Ende tatsächlich ist und ob diese für die Abfindungen ausreiche, werde erst in einigen Jahren nach Ende des Insolvenzverfahrens feststehen. Gekündigte Beschäftigte werden also Geduld aufweisen müssen.

Mitarbeiter im Service-Bereich sollen auf Gehalt verzichten

Arthur Harms (zweiter von links), der stellvertretender Betriebsratsvorsitzende des JHD, hatte am Montag bei den Verdi-Senioren Angaben über auszusprechende Kündigungen in Umlauf gebracht. Foto: Frederik Grabbe

Ein Mittel, um künftig Kosten zu sparen, soll auch das geminderte Einkommen von Beschäftigten der Service-Gesellschaft sein. Angestellte Küchen-, Reinigungs-, Technik- und Logistikkräften sollen schrittweise bis zu zehn Prozent weniger verdienen. Insolvenzanwalt Kohlstedt dazu: „Selbst Putzfrauen werden derzeit nach Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bezahlt. Der gesamte Service-Bereich ist hochbezahlt. Das kann ein Krankenhaus nicht bezahlen.“


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