Umbau an der Friesenstraße Die Jugendkirche Delmenhorst eröffnet neue Wege

Von Kai Hasse

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Delmenhorst. Die Paulus-Kirche ist als Jugendkirche eingeweiht worden. Das heißt: Hier gestalten Jugendliche zu einem großen Teil das Programm mit. Junge und Alte finden die Idee gelungen.

Nach zehn Monaten Umbau an der Friesenstraße ist die Jugendkirche St. Paulus in Delmenhorst nun eingeweiht. Viele Besucher erkundeten am Wochenende die neuen Räume. Es gab ein kleines Programm und viel Neue zu sehen.

Tatsächlich sehen die Räume nicht aus wie typische Kirchenräume. sondern eher wie in einem guten Jugendzentrum: Kleine Gesprächsräume für kleinere Gruppen, eine offene Küche, ein großer Entspannungsraum mit Blick durch ein Fenster auf den Raum, der dann doch vom Jugendzentrum unterscheidet – dem Kirchensaal. Dort spielt ein Bläserensemble, während in der Küche Jugendliche der evangelischen Jugend Delmenhorst/Oldenburger Land Suppe und Donuts austeilen.

Was neu ist, ist generell die Nutzbarkeit für Jugendgruppen, die sich hier für einzelne Projekte treffen können, an den Gottesdiensten mitgestalten oder sie selbst leiten, und fünf Diakone, die sich aus der ganzen Region um inhaltliche Angebote kümmern. Am Sonntag ist außerdem ein neuer Jugenddiakon eingesegnet worden.

Viele wissen nicht, wie offen die Kirche ist

Das kommt gut an. Eine Gruppe Jugendlicher beim Mittagsimbiss im Aufenthaltsraum: Paula Römelt (14), Liana Muffert (15), Cécil Deeg und Peer Wessel (beide 16) freuen sich über die neuen Räume. Es gäbe genug Raum zum relaxen, sagt Paula, es sei einladend und hell, meint Liana; erkennbar nicht so wie eine typische „ältere Kirche“, sondern modern und neu, sagt Cécil. Die Veranstaltungen, speziell eben diejenigen der evangelischen Jugend, seien nicht alltäglich, mein Peer: „Von Jugendlichen für Jugendliche gemacht. Das macht es hier neuer, und frischer.“ Paula: „Dass die Jugendlichen die Gottesdienste mitgestalten, bewirkt auch, dass wir mit dem, was gesprochen wird, auch im alltäglichen Leben mehr anfangen können.“ Generell müsse sich die Kirche verjüngen, und besser auf diese Zielgruppe eingehen. Liana meint: „Viele denken, wir sitzen rum und beten. Das ist nicht so!“ Manche Menschen wüssten nicht, wie offen die Kirche mittlerweile geworden sei. Cécil meint, dass sich christliche Themen nicht immer, wie oft verbreitet, um einige wenige Themen drehen würden. Dabei seien sie deutlich vielfältiger als viele meinen.

Man kümmert sich und ist aufgehoben

Dabei sei die Kirche nicht nur ein Interessens-Verein, wie der Sportverein. „Es ist eine andere Basis, es ist persönlicher, und man teilt auch anderes miteinander“, sagt Peer. Man kümmere sich, und sei aufgehoben. Man ist eine Gemeinschaft – oder eben: eine Gemeinde.

Dass es möglicherweise künftig etwas trubeliger in der Friesenstraße zugehen wird, schreckt auch die älteren Nachbarn nicht ab: Ein ältere Dame, die seit langer Zeit in die Pauluskirche geht, freut sich: Oft sei es sehr leer gewesen. Gelegentlich seien mehrere Menschen aus einem nahegelegenen Altersheim gekommen. „Es ist gut, dass mal wieder was los ist!“, sagt sie. Und eine Bitte: Die Kirchenglocken sollen wieder klingeln.


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