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Vertrag unterzeichnet Stadt Delmenhorst übernimmt das JHD

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Das JHD wird städtisch. Archivoto: Melanie HohmannDas JHD wird städtisch. Archivoto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Jetzt ist es in trockenen Tüchern: Die Stadt Delmenhorst übernimmt das Josef-Hospital und führt das Krankenhaus künftig in eigener Regie.

Die Stadt Delmenhorst hat am Freitag den Kaufvertrag für das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) unterschrieben. Damit ist das in finanzielle Schieflage geratene Krankenhaus bald wieder in städtischer Hand.

„Ich freue mich sehr, dass ich heute meine Unterschrift unter dieses Dokument setzen konnte“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz. „Die letzten Wochen haben uns alle viel Kraft gekostet. Der Zeitplan war knapp. Der Rat trägt diese weitreichende Entscheidung mit.“ Dass man sich nun auf der Zielgerade befände, mache ihn glücklich, sagte Jahnz.

Wirtschaftliche Chancen

Die Übernahme der Klinik durch die Stadt sei ein wichtiger und richtiger Schritt für Delmenhorst. „Wir retten die meisten Arbeitsplätze und sichern langfristig die wohnortnahe medizinische Versorgung für die Bürger unserer Stadt“, ist der Oberbürgermeister überzeugt. Er sei außerdem der Ansicht, dass die Übernahme auch große wirtschaftliche Chancen für Delmenhorst biete. „Dieses Krankenhaus hat das Potenzial, in den kommenden Jahren die Erlöse wieder erheblich zu steigern und den Turnaround zu schaffen.“

Am Ende habe sich vor allem auch durchgesetzt, dass eine kommunale Trägerschaft eine gute Basis sei, um das Krankenhaus in eine wirtschaftlich sichere Zukunft zu führen.

Übernahme zum 1. April

Stichtag für die Übernahme ist der 1. April 2018. Bis dahin seien noch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Wird etwa das Personalkonzept bis zu diesem Datum zu weniger als 95 Prozent umgesetzt, hat die Stadt das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. „Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josef-Hospitals haben ganz maßgeblich dazu beitragen, die Zukunft des Krankenhauses zu sichern“, betonte Jahnz. „Wir hoffen jetzt, dass die Beschäftigten gemeinsam mit uns auch die nächsten wichtigen Schritte gehen werden.“

Zu den nächsten Schritten gehöre neben den „leider unvermeidlichen betriebsbedingten Kündigungen“ auch die Zustimmung der Beschäftigten zu den neuen Vertragsbedingungen nach dem Betriebsübergang.

„Geschäftsführung und Betriebsrat haben in den letzten Wochen hart verhandelt, sodass jetzt auch die Unterschriften unter Sozialplan und Interessenausgleich gesetzt werden konnten“, berichtete JHD-Geschäftsführer Florian Friedel. „Mir ist vor allem wichtig, dass der Betriebsrat und die Belegschaft das Konzept für die Zukunft mittragen.“

FDP will Kostenvergleich für Standorte

Unterdessen hat die FDP-Fraktion den Antrag gestellt, einen Kostenvergleich für die Standorte Mitte und Deichhorst zu erstellen und eröffnet so die Standortdebatte wieder. Die Debatte sei notwendig, betonte der Fraktionsvorsitzende Murat Kalmis, weil sich die Bedingungen erheblich verändert hätten.


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