Bevölkerung floriert Delmenhorst wächst auf fast 82.000 Einwohner an

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Delmenhorst wächst – zumindest in den Jahren bis 2025. Das sagen Prognosen der Stadtstatistiker aus. Der Bevölkerungsgewinn geht vor allem auf die Zuwanderung von Ausländern zurück. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpaDelmenhorst wächst – zumindest in den Jahren bis 2025. Das sagen Prognosen der Stadtstatistiker aus. Der Bevölkerungsgewinn geht vor allem auf die Zuwanderung von Ausländern zurück. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpa

Delmenhorst. Die Bevölkerung in Delmenhorst ist kräftig gewachsen. Nunmehr leben fast 82.000 Menschen in der Stadt. Sie gewinnt vor allem durch Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Damit wächst Delmenhorst das siebte Jahr infolge. Das wurde am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und zentrale Angelegenheiten dargelegt.

Diese Angaben basieren auf zum Jahresende 2017 aktualisierten Daten der sogenannten kleinräumigen Bevölkerungsprognose, die der städtische Fachdienst Stadtentwicklung und Statistik erstellt hat. Demnach haben von den 81.981 Bewohnern Delmenhorsts 69.505 eine deutsche Staatsbürgerschaft, 12.476 – also 15,2 Prozent – eine ausländische. Damit wuchs deren Anteil innerhalb eines Jahres um 1,5 Prozent, absolut ist das ein Plus von 853 Menschen.

Eingesessene kehren Stadt anhaltend den Rücken

Interessant hierbei ist, dass insgesamt 1353 Ausländer zugezogen sind, 500 Deutsche aber die Stadt verlassen haben. Die Stadt wächst also, alt eingesessene Bürger kehren ihr aber den Rücken. Diese Gesamtentwicklung lässt sich gut an den verschiedenen Altersgruppen illustrieren. Die größten Veränderungen gibt es in folgenden Bereichen:

  • Bei den Kindern unter sechs Jahren ist der Zugang mit 321 Kindern am stärksten. Die Zahl von Jungen und Mädchen ausländischer (+257) sowie deutscher Staatsangehörigkeit (+64) nahmen zu.
  • Ebenfalls stark ist der Zuwachs in der Gruppe der 25- bis 65-Jährigen. 315 Personen kamen gegengerechnet hinzu. Auffällig ist: 710 Ausländer zogen zu, wohingegen 400 Deutsche die Stadt verließen. Diese Verluste von Menschen, die überwiegend erwerbsfähig und -tätig sind, wie Fachdienstleiter Christoph Jankowsky in der Vorlage schreibt, sind schon seit Längerem sichtbar. Er sieht darin die bereits viel zitierte Abwanderung einkommensstarker Haushalte aus Delmenhorst ins Umland.
  • In der Altersgruppe der 65 Jahre und älter gab es ebenfalls Gewinne. 205 Menschen kamen hinzu, wobei der Anteil der Deutschen überwiegt (+153). Jankowsky sieht hier die gesellschaftliche Alterung als Grund. Der Ausländeranteil ist hier unterdurchschnittlich (5,1 Prozent).

Am meisten Bewegung in Mitte und Deichhorst

Bezogen auf die Stadtteile bedeuten die oben geschilderten Entwicklungen folgendes: Durch den Zuzug von Ausländern gewinnen vor allem die Stadtmitte (+300) und Deichhorst (+200), der Wegzug von deutschen Staatsbürgern war hier besonders hoch. Die Lage in Deichhorst hat Stadt und Politik zuletzt dazu veranlasst, eine neue Stadtteilarbeit aufzubauen. Zuwächse vor allem durch Deutsche verzeichnet die Statistik in Randlagen wie Stickgras-Iprump, Bungerhof und Adelheide, weil dort Wohnraum geschaffen wurde. Leichte Verluste gab es in Düsternort und Schafkoven-Iprump.

Wichtige Rahmendaten für die Stadtplanung

Die Nachzeichnung der Bevölkerungsentwicklung ist für Stadtplaner von großer Bedeutung: An sie kann sich der Bedarf an Wohnraum bemessen, auch die soziale Infrastruktur wie etwa in Kitas oder Schulen richtet sich an ihr aus. Wie akut das Thema teilweise werden kann, wurde zuletzt bei der Vergabe von Kita-Plätzen deutlich. Durch die Zuwanderung in den vergangenen Jahren steht die Stadt vor der Frage, wie sie genügend Krippen- und Kita-Plätze zur Verfügung stellen will. Derzeit errichtet sie in naher Zukunft drei neue Kitas.

Tendenz zeigt durch viele „Frauen im gebärfähigen Alter“ nach oben

In fast allen Stadtteilen wuchs die Bewohnerzahl. Die Karte zeigt die Gesamtzahl der Bewohner in den Bezirken, Pfeile geben an, ob diese gesunken oder gestiegen ist. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google, Grafik: Jan Eric Fiedler

Und dass es in Zukunft insbesondere mehr Kinder unter zehn Jahren geben wird, steht für den Fachdienst fest: „Frauen im gebärfähigen Alter“ hätten besonders durch die Zuwanderung aus dem Ausland seit 2012 zugenommen. Der Flüchtlingsnachzug werde diese Tendenz noch stärken. 2025 allerdings soll es ein Ende haben mit dem Wachstum in der Stadt. 81488 Menschen sollen dann in Delmenhorst leben. Ob das tatsächlich so kommt, ist fraglich: 2016 rechneten die Statistiker der Stadt vor dem Hintergrund der Flüchtlingszuwanderung 2025 mit 87.000 Einwohnern. Externe Einflüsse sind also kaum zu prognostizieren.


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