Delmenhorster Wollepark Schwieriges Ringen um offene Rechnungen bei Problemblöcken

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Während die Wohnblöcke Am Wollepark 11-12 leer stehen, streiten sich Eigentümer und Stadtwerke ums Geld. 15 Urteile sind laut Stadtwerke zu offenen Gas- und Wasserrechnungen bereits gefallen. Archivfoto: Frederik GrabbeWährend die Wohnblöcke Am Wollepark 11-12 leer stehen, streiten sich Eigentümer und Stadtwerke ums Geld. 15 Urteile sind laut Stadtwerke zu offenen Gas- und Wasserrechnungen bereits gefallen. Archivfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Der Verwalter der Problemblöcke Am Wollepark 11-12 beklagt erneut mangelnde Transparenz seitens der Stadt und der Stadtwerke. Die Stadtwerke warten unterdessen noch immer auf Geld – trotz eindeutiger Gerichtsentscheide.

Im Streit um unbezahlte Rechnungen im Zusammenhang mit dem Delmenhorster Gas- und Wasserstopp sind noch immer keine merklichen Fortschritte zu erkennen. Wie der Verwalter der mittlerweile geräumten Wohnblöcke am Wollepark 11-12, der Bremer Immobilienmakler Mattias Volkmer, auf Nachfrage mitteilt, fehle eine Einsicht in die ausstehenden Kosten. Am 1. November 2017 waren die Blöcke, die in 80 Wohnungen einmal rund 350 Menschen beherbergten, wegen baulicher Mängel von der Stadt geräumt worden. Teile der Vermieter waren den Stadtwerken zuvor Gas- und Wasserkosten schuldig geblieben.

Verwalter: Da ist Null Transparenz

Einen Einblick die einzelnen Kundenkonten der Wohnungseigentümer mit den Stadtwerken habe Volkmer jetzt, rund vier Monate später, noch immer nicht. Diese brauche er aber, um zusammen mit den Eigentümern ausstehende Kosten für Gas- und Wasser zu begleichen. Um diese Gelder einzutreiben, gehen die Stadtwerke mittlerweile den Gerichtsweg. Volkmer moniert, als Verwalter über die Vorgänge vor Gericht seitens der Klägerin nicht informiert zu werden. „Es gibt keine Angaben, welche Summen eingeklagt wurden und welcher Betrag noch zu zahlen ist. Da ist Null Transparenz.“

Verwalter könnte selbst Transparenz herstellen

Diese geforderte Transparenz könnte Volkmer selbst leicht herstellen, lässt Stadtwerkesprecherin Britta Fengler durchblicken. Ausdrucke der einzelnen Kundenkonten werden zwar aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben. Aber: Jeder Eigentümer könne über den Anwalt der Stadtwerke eine Quittung über seine Zahlung bekommen und diese dann Volkmer vorzeigen. Das scheint aber nicht angenommen zu werden. Fengler: „Bisher hat kein Miteigentümer eine Quittung verlangt.“

Mühsames Geld-Eintreiben durch die Stadtwerke

Auf Nachfrage teilt die Sprecherin mit, dass die Stadtwerke auf der derzeit noch rund 100.000 Euro für Gas und Wasser warten. 103.000 Euro waren es Anfang Januar – die Zahlungsbereitschaft säumiger Vermieter ist also selbst nach gerichtlichem Entscheid übersichtlich. Die Stadtwerke sprechen von insgesamt 15 Verurteilungen, bei denen es um Summen zwischen 1000 und 23.000 Euro gehe. Ein Eigentümer – der zugleich über die meisten Wohnungen verfüge – sei in Berufung gegangen. Doch selbst in Fällen, bei denen vor Gericht Beschuldigte die Forderungen anerkennen – wie laut Gerichtssprecher Frederik Franz am 25. Januar vor dem Landgericht Oldenburg – müssen die Stadtwerke auf ihr Geld warten. „Wir werden wohl vollstrecken müssen“, teilt Sprecherin Britta Fengler zu dem Einzelfall mit.

Druck auf Vermieter wird bald zunehmen

Unterdessen wird der Druck auf säumige Vermieter wohl bald zunehmen: Durch die sogenannte Brandwache, mit der die Stadt in den Monaten vor der Räumung der Problemblöcke die Bewohnbarkeit sicherstellte, sind bei der Stadt weitere Kosten von 160.000 Euro aufgelaufen. Laut Volkmer ist noch keine Rechnung eingegangen. Im Vorfeld hatte er angedeutet, diese Kosten nicht so einfach zahlen zu wollen. Die Stadt will die Summe auf alle 80 Wohnungen umlegen. Hier seien gerade Anhörungsschreiben vorbereitet worden. Sobald die Schlussrechnung vorliege, werden die Schreiben verschickt, teilt Stadtsprecher Timo Frers mit – im Wesentlichen ist das der Sachstand von Anfang Januar.

Gutachten zum Gebäude stehen noch aus

Beklagt anhaltende Intransparenz seitens der Stadt und der Stadtwerke: Der Verwalter der Blöcke Am Wollepark 11-12. Archivbild: Frederik Grabbe

Als Drittes wartet Volkmer nach eigener Auskunft noch immer auf Gutachten zu abgängigen Fassadenplatten sowie zur Feuerwehrzufahrt, die ihm die Stadt im Vorfeld zugesichert habe. Hier teilt Frers mit, dass die „für die Sanierung und die Gefahrenabwehr nötigen speziellen Gutachten“ durch den Verwalter beauftragt werden müssen. Anfang November klang das noch anders. Damals hieß es, dass die Unterlagen, „soweit diese keinem Datenschutz unterliegen“, vom Fachdienst Bauordnung weitergegeben werden, sobald er personelle Kapazitäten erübrigen könne. Zumindest hier macht sich Volkmer die wenigsten Sorgen: Die Zufahrt könne leicht mit Split befestigt, lockere Fassadenplatten einzeln ausgetauscht werden.


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