Anwälte im Clinch Geschädigte sagen gegen Delmenhorster aus

Von Ole Rosenbohm

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Vor dem Landgericht Oldenburg verantworten sich derzeit auch Täter aus Delmenhorst. Symbolfoto: dpaVor dem Landgericht Oldenburg verantworten sich derzeit auch Täter aus Delmenhorst. Symbolfoto: dpa

Oldenburg/Delmenhorst. Nach einer Einbruchserie, die nun vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt wird, streiten sich die Anwälte der zum Teil aus Delmenhorst stammenden Täter: Ihr Auto hätte nicht durchsucht werden dürfen, meinen die Vertreter der Angeklagten.

Im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg um eine Einbruchsserie mit 24 angeklagten Taten streiten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung über eine Durchsuchung eines Autos der Angeklagten. Die Anwälte der fünf Angeklagten aus Delmenhorst, Bremen und Syke wollen, wie berichtet, die Verwertung der Beweise und Aussagen eines Polizisten verhindern; der Beamte hätte den Wagen nicht durchsuchen dürfen. Der Staatsanwalt widersprach dem gestern.

Einbrecher nicht privilegiert

Demnach hätte es sich bei dem im Kofferraum aufgefundenen Diebesgut samt Schreckschusspistole um einen Zufallsfund gehandelt, als sich die Beamten Warndreieck und Verbandskasten zeigen lassen wollten. Das dürfe die Polizei wie bei jedem Fahrzeugführer, sagte der Staatsanwalt: „Einbrecher sind da nicht privilegiert.“

Die Gegenseite monierte, der Polizist habe gewusst, dass das damals angehaltene Fahrzeug in Zusammenhang mit den Ermittlungen um die Einbruchsserie stand. Darüber hätte er die drei Insassen – allesamt Angeklagte im Prozess – informieren müssen und einen Gerichtsbeschluss zur Durchsuchung erwirken müssen.

Schäden in sechsstelliger Höhe

Derweil haben Geschädigte ausgesagt. Ein Edewechter nannte einen Schaden von rund 10.000 Euro für Fenster und Tür sowie Gestohlenes: Uhren, Schmuck, Elektronik. Eine Frau aus Bad Zwischenahn sagte aus, sie habe ihren Schmuck schon bei früheren Einbrüchen verloren, so seien kaum mehr als eine Handtasche, eine wertvolle Taschenuhr und ein Navigationsgerät abhanden gekommen – Gesamtwert rund 3000 Euro. Das „Navi“ der Frau fand die Polizei in jenem durchsuchten Auto.

Größere Verwüstungen haben die Täter in beiden Fällen offenbar nicht hinterlassen, wohl aber bei anderen Einbrüchen, bei denen Häuser zur Spurenbeseitigung unter Wasser gesetzt wurden – mit Schäden in teils sechsstelliger Höhe.


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