Letzte Familie ausgezogen Ex-Fröbelschule in Delmenhorst nicht mehr bewohnt

Von Thomas Breuer

Derzeit unbewohnt, bald doch Integrationszentrum? Die frühere Fröbelschule in Delmenhorst. Foto: Melanie HohmannDerzeit unbewohnt, bald doch Integrationszentrum? Die frühere Fröbelschule in Delmenhorst. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die zunächst als Sammelunterkunft für Flüchtlinge genutzte und danach von Menschen aus den behördlich gesperrten Wollepark-Blöcken bewohnte frühere Fröbelschule steht seit Anfang dieser Woche leer.

Eine zuletzt dort noch lebende Großfamilie ist auf Betreiben der Stadtverwaltung in die Sammelunterkunft in Adelheide umquartiert worden, wie der zuständige Fachbereichsleiter Rudolf Mattern auf Nachfrage bestätigte.

Ausstehende Verpflichtungen angemahnt

Mattern sagte, der Familie stehe es frei, sich auf dem freien Wohnungsmarkt eine andere Bleibe zu suchen. Die Stadt habe sehr wohl die Notunterkunft gestellt, sei aber nicht für die weitere Versorgung verantwortlich. Außerdem sei die Familie finanziellen Verpflichtungen, die aus der Aufnahme in der Fröbelschule resultierten, bislang nicht nachgekommen.

Nur Sammelunterkunft in Adelheide wird genutzt

Die Sammelunterkunft in Adelheide ist laut Mattern derzeit die einzige im Stadtgebiet, die aktiv genutzt wird. Es sei nicht vertretbar gewesen, für eine einzelne Familie die frühere Fröbelschule weiterhin als Quartier zu nutzen.

Zumal es mit der Immobilie weitere Pläne gibt. Das Schulgebäude soll nach dem Willen der Verwaltung künftig komplett für integrative Maßnahmen genutzt werden. Eine Konzeption wird laut Mattern derzeit erstellt und der Politik zur Abstimmung vorgelegt, sobald feststehe, wie viel Geld die Stadt für das laufende Jahr aus dem vom Land aufgelegten Integrationsfonds erhalte. 2017 waren es 2,06 Millionen Euro, die in verschiedene Bereiche geflossen sind.

Neuer Anlauf für Integrationszentrum

Für 2018 ist bereits geplant, 400.000 Euro in den Umbau der Umkleiden im Stadion zu stecken. Die integrative Wirkung des Sports gab den Ausschlag.

Die Fröbelschule als Integrationszentrum herzurichten, hatte der Rat im November 2017 in geheimer Abstimmung abgelehnt. Die Verwaltung strebt einen neuen Anlauf an, zunächst über den Sozialausschuss des Rates.