Konjunkturhoch im Winter Delmenhorster Arbeitsmarkt präsentiert sich untypisch stark

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Vergleichsweise starker Arbeitsmarkt trotz niedriger Temperaturen: So zeigt sich die Lage in Delmenhorst. Foto: Daniel Karmann/dpaVergleichsweise starker Arbeitsmarkt trotz niedriger Temperaturen: So zeigt sich die Lage in Delmenhorst. Foto: Daniel Karmann/dpa

Delmenhorst/Ganderkesee. Die kleine Schwächephase auf dem Arbeitsmarkt ist überwunden: Die Arbeitslosenquote in Delmenhorst liegt wieder unter 10 Prozent. Der Arbeitsmarkt zeigt untypisch stark – trotz frostiger Temperaturen.

Die Konjunktur in Delmenhorst zeigt sich im Februar derzeit ziemlich stark – und das ist vergleichsweise ungewöhnlich für die Jahreszeit. Das geht aus Angaben der Agentur für Arbeit für den hiesigen Arbeitsmarkt hervor. „Die Außenberufe wie im Garten und Landschaftsbau oder auf Baustellen stehen praktisch still – da geht nichts“, sagte die Geschäftsstellenleiterin Karin Kayser. Umso verwunderlicher scheint es vor diesem Hintergrund, dass in Delmenhorst die Arbeitslosenquote auf 9,9 Prozent und damit wieder unter 10 Prozent gesunken ist. Im Januar lag die Quote noch bei 10,2 Prozent, 10,8 Prozent waren es vor einem Jahr. 3921 Arbeitslose leben somit derzeit in Delmenhorst, in Ganderkesee sind es 628.

(Weiterlesen: Delmenhorster Arbeitsmarkt so stark wie seit 23 Jahren nicht)

Besonders ältere Arbeitslose profitieren

Am meisten profitierten ältere Arbeitslose über 50 Jahre. Fast 50 von ihnen fanden im Februar einen neuen Job, im Vergleich zu vor einem Jahr sank die Arbeitslosigkeit in diesem Altersbereich um 11,2 Prozent (-150). Kayser: „Über 50-Jährige sind nicht mehr die, die nicht im Arbeitsmarkt münden können. Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe ist auch in dieser Gruppe hoch.“ Geschäftsstellenleiterin Kayser sieht dies ein weiteres Zeichen für den Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings sind noch immer knapp ein Viertel aller Arbeitslosen (1184) ältere Arbeitslose. Nur die Gruppe Ausländer ohne Arbeit (1328) ist größer.

Kaum Bewegung bei den Unterbeschäftigten

Und: Trotz der allgemein guten Lage ist die Quote der Unterbeschäftigten noch immer hoch. 14,3 Prozent oder 5844 Männer und Frauen sind offiziell nicht arbeitslos, weil sie an Arbeitsmarktmaßnahmen teilnehmen. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Januar nur leicht gesunken (-31). Die Zahlen der Geflüchteten sanken ebenfalls kaum merklich: 403 (-7) arbeitslose Geflüchtete zählt die Agentur aktuell, weitere 672 (-11) waren arbeitssuchend gemeldet und besuchten Integrationsmaßnahmen oder berufliche Qualifizierungen.

Fachkräftemangel wird sich zuspitzen

Und doch deutet sich anhand der Zahlen des aktuellen Stellenmarktes an, dass sich der Fachkräftemangel in Delmenhorst im weiteren Jahr zunehmend zuspitzen wird: 711 Stellen stehen derzeit offen, das sind 62 mehr als im Januar. Dieser hohe Fachkräftebedarf erstreckt sich besonders auf Berufe in den Bereichen Produktion und Fertigung (288 offene Stellen), Gesundheit und Soziales (141) sowie Verkehr und Logistik (106) – und die Frühjahrsbelebung kommt erst noch.

Agentur begegnet Mangel mit Umschulungen

Kayser unterstrich erneut die Absicht der Agentur, noch mehr Arbeitslose umzuschulen, oder, wenn sie keinen Berufsabschluss haben, nachzuqualifizieren. So wolle die Agentur auf den Fachkräftemangel reagieren. „Wir haben auskömmliche Mittel – aber die Kunden müssen sich auch für eine Weiterbildung bereit erklären“, sagte Kayser.


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