Stadt hat offenbar gute Karten Übernahme des Josef-Hospitals Delmenhorst rückt näher

Von Marco Julius

Die Verhandlungen über die Zukunft des JHD gehen in die entscheidende Phase. Foto: Melanie HohmannDie Verhandlungen über die Zukunft des JHD gehen in die entscheidende Phase. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Mitarbeiter des Krankenhauses sind in einer Versammlung über den aktuellen Stand unterrichtet worden. Noch sind die Verhandlungen nicht abgeschlossen, aber die Stadt hat wohl gute Karten.

Die Übernahme des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) durch die Stadt rückt offenbar näher. „Wir sind guter Dinge, dass wir den Vertrag mit der Stadt noch in dieser oder Anfang nächster Woche unter Dach und Fach bringen“, sagte Insolvenzanwalt Michael Schütte am Dienstag nach einer Mitarbeiterversammlung des JHD gegenüber dem dk. Allerdings seien die Verhandlungen – auch mit privaten Bietern – noch nicht endgültig abgeschlossen. Darauf verwies auch Oberbürgermeister Axel Jahnz, der von „guten Gesprächen und einer guten Kommunikation“ berichtete, sich aber mit weiteren Prognosen bewusst zurückhielt.

In der Mitarbeiterversammlung in der Divarena hatte Markus Kohlstedt, Anwaltskollege von Schütte, den aktuellen Stand erläutert. JHD-Geschäftsführer Florian Friedel hatte zu der Versammlung eingeladen und schon im Vorfeld gesagt: „Die Krankenhausleitung und auch der Betriebsrat sind weiterhin fest davon überzeugt, dass eine Übernahme durch die Stadt die beste Lösung für unser Haus ist und arbeiten mit Hochdruck daran, diese Option umzusetzen.“

Dass es neben der Stadt auch andere Bieter gibt, sieht Friedel als positives Signal, „denn es zeigt, dass unser Haus Potenzial hat und dieses auch von Experten am Markt erkannt wird“.

„ Lähmende Phase der Ungewissheit“

Da neben dem städtischen Angebot auch die anderen Angebote geprüft werden müssten, kommt es laut Friedel zu leichten Verzögerungen im Ablauf. Laut Anwalt Schütte wird das Insolvenzerfahren zum 1. März eröffnet, sodass sich die für Ende Februar avisierten Kündigungen nach hinten verschieben. Friedl geht davon aus, dass die zur Sanierung des Hauses notwendigen Kündigungen erst um das zweite Märzwochenende herum ausgesprochen werden. Für die Mitarbeiter bedeute das, „dass sich diese lähmende Phase der Ungewissheit leider noch einmal verlängert“. Friedel betonte in dem Schreiben ans Kollegium: „Wichtig ist, dass den Mitarbeitern, die von den Kündigungen betroffen sind, über die emotionale Belastung hinaus durch die Verzögerung keine Nachteile entstehen werden.“ Durch die verzögerte Kündigung seien Kollegen einen Monat länger im Haus beschäftigt und erhielten so einen Monat länger ihr Gehalt.

Zahl der Kündigungen noch offen

Wie viele Mitarbeiter des Krankenhauses mit einer Kündigung rechnen müssen, ist weiter offen. Die Verhandlungen zum Sozialplan und Interessenvergleich sollen bis zum 1. März abgeschlossen sein. Sollte es, wie von Schütte angedeutet, in Kürze zur Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt und Insolvenzverwalter und zur Genehmigung durch die Gläubiger kommen, wäre die Stadt zum 1. März wirtschaftlich verantwortlich für das JHD. Der Übergang in eine noch zu gründende Krankenhausgesellschaft käme aber erst zum 1. April.