Neue Konzepte Museumsarbeit auf Delmenhorster Nordwolle soll besser werden

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Neue Konzeptpapiere sollen die Arbeit im Museum für Industriekultur verbessern. Diese wurden im Rahmen der Zertifizierung für das Museumsgütesiegel Niedersachsen Bremen erarbeitet. Damit wurde das Museum vor etwa einem Jahr ausgezeichnet. Archivfoto: Merlin HinkelmannNeue Konzeptpapiere sollen die Arbeit im Museum für Industriekultur verbessern. Diese wurden im Rahmen der Zertifizierung für das Museumsgütesiegel Niedersachsen Bremen erarbeitet. Damit wurde das Museum vor etwa einem Jahr ausgezeichnet. Archivfoto: Merlin Hinkelmann

Delmenhorst. Die Museumsarbeit im Industriemuseum soll besser werden. Das will es mit einem Konzept-Paket erreichen. Der Bildungsausschuss trug dieses nun einstimmig mit, es wurde aber auch angemerkt, dass gerne mehr Besucher die Einrichtung besuchen dürfen.

Das Museum auf der Nordwolle soll besser werden. Und damit das auch festgezurrt wird, hat sich das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur um das Museumsgütesiegel Niedersachsen Bremen beworben und ist damit, wie berichtet, am 18. Januar 2017 ausgezeichnet worden. Trotzdem hat das Museum ein gutes Stück Arbeit vor sich.

Wie Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk im jüngsten Bildungsausschuss schilderte, ging es für das Museum mit dem Museumsgütesiegel in erster Linie um die Sicherung des Standards in den musealen Bereichen Sammeln, Bewahren, Erforschen, Vermitteln und Ausstellen. Die Beurteilungen in diesen Bereichen zogen sich über ein Jahr hin, so Jöhnk. Fortbildungen für Mitarbeiter und Beratung durch Experten waren ebenso Teil davon wie verschiedene Konzeptpapiere, die erstellt wurden.

Teilweise auf dem Stand der 90er Jahre

Und genau an diesem Paket aus fünf Konzepten und einem Leitbild soll sich die Arbeit im Museum zukünftig grundlegend orientieren, sagte der Museumsleiter. Der Bildungsausschuss trug diese Papiere einstimmig mit. Auf Nachfrage konkretisierte Jöhnk, dass Besucher die Umsetzung dieser Konzepte am ehesten bei der Vermittlung von Museumsinhalten bemerken werden. „Da befinden wir uns auf dem Stand der 90er Jahre, etwa, was die Einrichtungsausstattung angeht.“ Zudem will das Museum künftig auf mehr Interaktivität bauen. Jöhnk: „Das Lernen im Museum soll anfassbar werden. Wir wollen auf diese Weise etwa den Bewegungsablauf einer Dampfmaschine oder die Herstellung von Garn spielerisch-praktisch vermitteln.“ Am Beispiel Auswandererhaus in Bremerhaven sehe man, wie Besucher Teil einer Geschichte werden. Dieser Aspekt einer „personalisierten Geschichte“ fehle in Delmenhorst komplett. „Da müssen wir ran“, so Jöhnk. Es gebe bereits einige Ideen – allerdings zeige der städtische Haushalt auch Grenzen auf.

Forderung nach mehr Besuchern wird laut

Uwe Dähne (UAD) lobte im Ausschuss das für sieben Jahre gültige Siegel als Siegel als Qualitätsbeweis, fragte allerdings auch, wie sich steigende Besucherzahlen in der Einrichtung erreichen lassen. Laut Haushalt 2018 rechnet das Museum dieses Jahr mit 14.000 Besuchern – 1000 weniger als 2016. Die Zahl der Schulklassen allerdings soll in dieser Zeitspanne von 180 auf 200 zunehmen. Die Wissensvermittlung an Schüler, antwortete Jöhnk Dähne, sei eine Stärke des Museums, die künftig weiter ausgebaut werden solle. Zudem könne das Gütesiegel in Zukunft dazu beitragen, mögliche Fördermittel zu erhalten, sagte der Museumsleiter auf eine Frage von Frauke Wöhler (CDU).

Für Enno Konukiewitz (SPD) bedeutete eine verbesserte Museumsarbeit zugleich eine noch stärkere „Identifikation mit der Stadt, mit den Leistungen der Vergangenheit sowie mit der Zuwanderungsgeschichte auf der Nordwolle“.


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