Musikduo begeistert in Delmenhorst Schillernde Kleinkunst zwischen Weltmusik und Chanson

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Zwei Paradiesvögel flatterten ins Kleine Haus: Benny Hiller und Monella Caspar haben als „Schwarzblond“ mit ihrer kontrastreichen Revue viele neue Freunde gewonnen. Foto: Melanie HohmannZwei Paradiesvögel flatterten ins Kleine Haus: Benny Hiller und Monella Caspar haben als „Schwarzblond“ mit ihrer kontrastreichen Revue viele neue Freunde gewonnen. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Gesang über vier Oktaven trifft auf Haute Couture: Das Duo „Schwarzblond“ hat einen herrlich eigenwilligen Kleinkunstabend gestaltet.

Immer dann weiß Kunst besonders zu faszinieren, wenn man sie nicht in eine Schublade stecken kann. Was hat „Schwarzblond“ nicht alles zu bieten, das Duo aus Berlin, das am Samstagabend im Foyer des Kleinen Hauses seine Best-of-Revue „Sahnehäubchen“ präsentierte: Kleinkunst, Kabarett, Comedy, Chanson, Poesie, Varieté, Haute Couture, gar ein wenig Oper – das alles und noch mehr zauberten die beiden an diesem Abend aus der Wundertüte. Rund 60 Zuschauer genossen bei einem Glas Wein die intime Atmosphäre im Theaterfoyer und ließen sich von den mal poppig frechen, mal poetisch-sanften Darbietungen von „Schwarzblond“ immer wieder aufs Neue überraschen.

Musikalischer Tausendsassa und die Stilikone

„Schwarzblond“, das sind Benny Hiller und Monella Caspar. Er ist der musikalische Kopf des Duos, sie die Stilikone mit Berliner Schnauze, die während des Abends in zahlreiche extravagante Eigenkreationen schlüpfte, inklusive ausgefallener Kopfbedeckungen. Er komponiert und textet die facettenreichen und eigenwilligen Stücke für die „Schwarzblond“-Programme.

Didgeridoo und Berliner Charme

Meist begleitet er sich und Monella am E-Piano, aber der smarte Schlaks hat noch einiges mehr drauf, etwa wenn er das Instrument der australischen Ureinwohner, das Didgeridoo, mit einbezieht. So geriet manche Nummer zu einer Mischung aus Chanson und Weltmusik, dargeboten mit einer kräftigen Prise Berliner Charme. Und immer wieder setzte Benny Hiller noch eins drauf, wenn er Kostproben seines vier Oktaven umfassenden Stimmumfangs gab.

Kompositionen über die Liebe

Da kann Monella Caspar als Sängerin stimmlich zwar nicht ganz mithalten, sie glänzt hingegen – ein wenig wie einst ihre legendäre Berliner „Landsfrau“ Hildegard Knef – mit einer ganz eigenen persönlichen Note, ungekünstelt, echt und aus ganz viel Lebenserfahrung schöpfend. Immer wieder ist es die Liebe, die den Stoff für Bennys Kompositionen liefert, dabei die Gegensätze betonend, die sich anziehen, wie im wunderbaren Duett „Fliegenpilz und Oleander“. „Schwarz“ und „blond“, das ist so verschieden und ergänzt sich doch großartig – „Schwarzblond“ eben. Das Publikum hatten die beiden jedenfalls schnell auf ihrer Seite, am Ende spendeten die Gäste stehend Applaus.


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