Ausverkaufte Divarena Hoëcker gibt in Delmenhorst den lustigen Oberlehrer

Von Jasmin Johannsen

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Bernhard Hoecker begeisterte in der ausverkauften Divarena mit seinem Programm: „So liegen Sie richtig falsch“. Foto: Melanie HohmannBernhard Hoecker begeisterte in der ausverkauften Divarena mit seinem Programm: „So liegen Sie richtig falsch“. Foto: Melanie Hohmann

joh Delmenhorst. Er hat selbst für die Evolution noch Verbesserungsvorschläge: Am Freitag gastierte Bernhard Hoëcker mit seinem Programm „So liegen Sie richtig falsch!“ in der Divarena und erklärte dem Publikum die Welt.

Haben eigentlich wirklich so viele Züge Verspätung? Werden Handzeichen in allen Kulturen gleich gedeutet? Und wie entsteht das Gefühl eines Déjà-vu? Auf diese und noch viele andere Fragen fand Bernhard Hoëcker am Freitagabend in der ausverkauften Divarena Antworten. Der Komiker gastierte schon zum zweiten Mal mit seinem Programm „So liegen Sie richtig falsch!“ in Delmenhorst. Wieder klärte er sein Publikum über Irrtümer und Fehleinschätzungen auf und bewies, dass klugscheißen durchaus kurzweilig und amüsant sein kann.

Wissensdurst geweckt

Ob Kommunikationsprobleme zwischen Eheleuten („Es gibt ein Sach-Ohr, ein Beziehungs-Ohr, ein Selbstauskunfts-Ohr und ein Appell-Ohr: Ihr müsst die Aussage nur mit dem richtigen Ohr hören!“) oder die Fehler der Evolution („Orthopädisch ist eine Giraffe völliger Unsinn!“) – der kleine Bonner gab den heiteren Oberlehrer, der sich auch gerne von seinen Zuschauern berichtigen ließ. Ein Einwurf aus den Publikumsreihen genügte – und Hoëckers Wissensdurst war sichtlich geweckt. „Das ist ja spannend“, befand der Komiker dann, vertiefte sich in einen Dialog mit dem Zuschauer und vergaß zeitweise scheinbar sogar das restliche Publikum. „Für Euch ist das jetzt vielleicht nicht so interessant aber für mich schon“, entschuldigte sich Hoëcker nach solchen Exkursen und lockerte die Stimmung mit einem Gag wieder auf.

Fauxpas in den USA

„Ihr solltet einen amerikanischen Freund lieber nicht zum Public Viewing einladen“, witzelte der Komiker und berichtete sogleich, warum dieses Angebot ein Fauxpas darstellt. In Deutschland sei damit zwar oft das gemeinsame Fußballgucken gemeint, in den USA bezeichne Public Viewing aber das öffentliche Aufbahren eines Verstorbenen. „Das ist schon ein ziemlicher Unterschied.“

Dass es nicht nur international, sondern auch lokal sprachliche Eigenheiten gibt, fand Hoëcker spätestens heraus, als ein Zuschauer erzählte, er sei in Bookholzberg als Taucher unterwegs. „Auf einem Berg tauchen gehen? Du merkst aber schon, dass da was nicht richtig sein kann?“ Und auch darüber, dass Ganderkesee gar nicht nach einem See benannt wurde, machte sich der Komiker Gedanken. Als das Publikum dann auch noch erklärte, dass in Delmenhorst vor allem der Wasserturm sehenswert sei, verlor Hoëcker gänzlich die Beherrschung und lachte: „Ihr seid aber sicher, dass das ein Turm ist? Nicht etwa ein Bungalow?“

Ständiges Mitdenken gefragt

Überhaupt wird das Publikum ständig in das Programm integriert. Hoëcker reagiert schlagfertig aber immer respektvoll auf die Antworten der Zuschauer. Bei ihm wird niemand zur Witzfigur deklariert. Stattdessen ist ständiges Mitdenken gefragt. Wer sich mit endlosen Pointen berieseln lassen wollte, war an diesem Abend falsch. Da wird auch schon einmal eine Wikipedia-Seite an die Bühnenwand geworfen, um zu klären, ob Scheeßel in der Lüneburger Heide liegt oder nicht. „Toll, wie Erdkundeunterricht in der zweiten Klasse“, befindet Hoëcker. In solchen Situationen blühte der Comedian auf und freute sich: „Wieder etwas gelernt!“


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