Delmenhorster Arbeitsmarkt Jobcenter gibt sechs Millionen für Weiterbildungen aus

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Symbolfoto: Frederik GrabbeSymbolfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Das Delmenhorster Jobcenter hat 2017 2343 Weiterbildungen finanziert. Berufliche Weiterbildungen, die nah am Arbeitsmarkt qualifizieren, waren in der Minderheit. Angesichts des Fachkräftemangels ergibt sich darum eine bedenkliche Schieflage.

Das Jobcenter hat im Jahr 2017 exakt 6,063 Millionen Euro für Maßnahmen ausgegeben. Damit sind sämtliche Mittel bis auf 1000 Euro ausgeschöpft worden. Das geht aus Angaben des Geschäftsführers Frank Münkewarf und seiner Stellvertreterin Marion Denkmann zur Jahresbilanz 2017 hervor. Die Maßnahmen reichen unter anderem von beruflichen Aktivierungen, die beispielsweise erst wieder an einen strukturierten Tagesablauf gewöhnen oder auf Weiterbildungen vorbereiten, über Arbeitsgelegenheiten (sogenannte Ein-Euro-Jobs) bis zu Förderungen beruflicher Weiterbildung, also etwa Umschulungen oder Gabelstapler-Scheine.

Oftmals fehlen die Grundlagen

„Die Teilnehmer der letzten Kategorie sind nach der Weiterbildung am dichtesten am Arbeitsmarkt“, sagte Denkmann. Hat das Jobcenter mit insgesamt 2343 Maßnahmen die eigene Zielvorgabe für das Jahr 2017 um 11 Prozent übertroffen, wurde bei diesen beruflichen Weiterbildungen, hiervon gab es 195, das Ziel um 13 Prozent verfehlt. Oftmals fehlen laut Denkmann die Grundlagen, um überhaupt ein Arbeitsverhältnis zu bestreiten, sei es, weil eine berufliche Ausbildung fehlt oder andere Hürden bestehen.

Geringe Qualifikationen treffen auf hohe fachliche Anforderungen

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Dass vergleichsweise seltener arbeitsmarktnahe, berufliche Weiterbildungen durchlaufen worden sind, wo doch auf dem Stellenmarkt so viele Arbeitsplätze wie selten vermerkt wurden – monatlich waren 2017 im Schnitt 724 Jobs verfügbar, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2016 – beschreibt laut Denkmann einen bedenklichen Fachkräftemangel. „Die Schere zwischen den geringen Qualifikationen der Arbeitslosen und den fachlichen Anforderungen der Arbeitgeber geht immer weiter auseinander“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin.

70 Prozent haben keinen Berufsabschluss

Das bestätigt im Grunde das, was das Jobcenter bereits im „Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2017/ 2018“ festgehalten hatte: Darin hieß es, dass im Juli 2016 71 Prozent aller Jobcenterkunden, die das Haus betreute, keinen Berufsabschluss haben. Nur von 11 Prozent wiesen marktnahe Bewerberprofile auf.


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