Einbruchsserie in Region Delmenhorst Anwälte wollen Polizisten-Aussage tilgen

Von Ole Rosenbohm

Bei Einbrüchen in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen zum Teil Wohnhäuser durch die Täter unter Wasser gesetzt worden sein, um Spuren zu verwischen. Foto: dpaBei Einbrüchen in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen zum Teil Wohnhäuser durch die Täter unter Wasser gesetzt worden sein, um Spuren zu verwischen. Foto: dpa

Delmenhorst/Oldenburg. Der Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen fünf Männer aus Delmenhorst, Syke und Bremen um eine Einbruchsserie mit 24 angeklagten Fällen gewinnt an Fahrt. Am dritten Verhandlungstag am Freitag widersprachen die Anwälte der Aussage eines Polizisten.

Der Beamte hatte im vergangenen März mit Kollegen ein Auto mit drei der Angeklagten angehalten und durchsucht. Anlass war eine Beobachtung eines Zeugen, der sah, wie einer des Trios gestohlene Autokennzeichen in einem Gewässer versenkt hatte. Nicht viel später wurde das Auto, das für die Polizei bereits im Zusammenhang mit der Einbruchsserie stand, angehalten. Inhalt im Kofferraum unter anderem: Schreckschusspistole, mehrere verbotene Messer sowie Schmuck, Uhren und Elektronik – Letzteres offensichtlich Diebesgut. Es wurde beschlagnahmt.

Durchsuchung im Blick

Die Anwälte gingen bei der Aussage des Beamten nun der Frage nach, ob die Polizei das Auto überhaupt durchsuchen und die Gegenstände beschlagnahmen durfte. Denn die Insassen seien falsch belehrt worden, argumentierte die Verteidigung. Die Polizisten hätten sie nur über den Diebstahl der schon aus dem Wasser gefischten Kennzeichen belehrt, nicht über den Verdacht, an einer Einbruchsserie beteiligt zu sein. Für eine Durchsuchung hätten sie beim Amtsgericht zwingend einen Beschluss erwirken müssen.

Der gestern aussagende Polizist gab an, damals nach Verbandskasten und Warndreieck geschaut zu haben, dabei sei er auf die Waffen und den Schmuck gestoßen. Dieses habe er im Zuge der Gefahrenabwehr sichergestellt. Weil aber der Beamte schon vorher durch die Leitstelle erfahren hatte, dass die Männer im Verdacht stehen, an einer Einbruchserie beteiligt zu sein, sei es schwer zu glauben, dass er keine Durchsuchung nach Diebesgut durchgeführt habe, widersprachen die Anwälte der Verwertung von Zeugenaussage und Beweismittel. Die Staatsanwaltschaft will schriftlich Stellung beziehen. Danach wird das Gericht über den Antrag entscheiden.

27 Verhandlungstage angesetzt

Bei den Einbrüchen in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen zum Teil Wohnhäuser durch die Täter unter Wasser gesetzt worden sein, um Spuren zu verwischen. Am Mittwoch, 28. Februar, wird der Prozess fortgesetzt, insgesamt sind 27 Verhandlungstage angesetzt.