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22.02.2018, 18:35 Uhr HERRENAUSSTATTER REINHOLD GIBT AUF

Leerstände in Delmenhorst: Der Kunde hat es in der Hand

Kommentar von Thomas Breuer

Funktioniert der stationäre Handel nur noch über die Schnäppchenkultur? Foto: Louisa RiepeFunktioniert der stationäre Handel nur noch über die Schnäppchenkultur? Foto: Louisa Riepe

Delmenhorst. Ein ambitioniertes Modegeschäft gibt in der Delmenhorster Innenstadt auf. Ein Kommentar.

Dass die Entwicklung bei Hertie für den weiteren Weg der Innenstadt ein wesentlicher Faktor ist, sagt auch Immobilienexperte Andreas Vogler. Doch statt in Wartestellung zu verharren, hat er mit seiner auf Investoren zielenden Firma Kristensen Invest an mehreren Stellen Nägel mit Köpfen gemacht und dafür viel Lob erhalten. Wenn nun in seinem ersten Vorzeigeprojekt, dem früheren Volksbank-Gebäude im östlichen Teil der Langen Straße, nach knapp drei Jahren die Mieterin kapituliert, ist das ein Signal, das so gar nicht zu passen scheint.

Wer hat Schuld am Scheitern?

Wer hat Schuld am Scheitern? Auch wenn Kauffrau Sabine Reinhold jetzt zu einem Rundumschlag ausholt, ist es wohl die Kundschaft selbst. Interessant war das Angebot offensichtlich vor allem dann, wenn es Prozente gab oder im Internet kein besserer Preis zu finden war.

Bestätigt sehen dürften sich nun die Gegner einer Ausweitung der Parkflächen am Vorwerk. Getreu der Devise: Bei Hertie tut sich nichts, und jetzt schließt auch noch der Herrenausstatter.

Kaufleute werden anders argumentieren: Gerade weil Parkplätze fehlen, kommt die Kundschaft nicht. Dass die Stadt nun auch die Brötchentaste wieder abschafft, treibt ihnen die Zornesröte ins Gesicht.


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