Taten in Delmenhorst und Umgebung Gericht will Einbrecher vier bis fünf Jahre in Haft sehen

Von Ole Rosenbohm

Die angeklagten Taten in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen 2016 und 2017 verübt worden sein. Foto: imago/Jochen TackDie angeklagten Taten in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen 2016 und 2017 verübt worden sein. Foto: imago/Jochen Tack

Delmenhorst/ Oldenburg. Die ersten Zeugen sind erst für den Freitag, 23. Februar 2018, geladen, doch entscheidende Weichen im Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen fünf mutmaßliche Einbrecher aus der Region wurden bereits am Mittwoch gestellt: Am zweiten Verhandlungstag führte die Vorsitzende Richterin Judith Blohm mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit Rechtsgespräche über einen möglichen Strafrahmen.

Den Männern im Alter von 24 bis 39 Jahren aus Delmenhorst, Syke und Bremen, von denen vier derzeit in Haft sind, werden 24 Einbrüche in unterschiedlicher Besetzung zur Last gelegt. Um Spuren zu verwischen, sollen sie dabei auch Häuser unter Wasser gesetzt haben, indem sie Wasserhähne aufdrehten und die Abflüsse verstopften. Dadurch sollen sie Schäden in Höhe von sechsstelligen Euro-Summen verursacht haben.

Gestohlen hätten die Angeklagten unter anderem Schmuck, Bargeld oder Elektronik.

Einbrüche in der Region

Die angeklagten Taten in Großenkneten, Wardenburg, Delmenhorst, Oldenburg, im Landkreis Cloppenburg sowie im Ammerland sollen 2016 und 2017 verübt worden sein. Weil sich das Muster der Einbrüche ähnelte, kam die Polizei der Bande immer näher und blieb den Angeklagten durch angebrachte Funkzellen an Autos und abgehörte Telefonate auf der Spur.

Die laut Strafprozessordnung zulässigen Rechtsgespräche sollen zu einer Verständigung aller Prozessbeteiligten über ein mögliches Strafmaß führen. Dem Vernehmen nach tendiert das Gericht dazu, gegen drei der Angeklagten eine Haftstrafe von vier bis fünf Jahren zu verhängen, gegen einen eine Strafe von zwei bis drei Jahren. Der nicht in Haft sitzende Angeklagte hofft auf einen Freispruch.

Angebot wohl ausgeschlagen

Angenommen haben die Verteidiger das Angebot wohl nicht. Mit einigen Vorwürfen durch die Staatsanwaltschaft seien sie nicht einverstanden, hieß es. Auch über einige Tatbeteiligungen ihrer Mandanten hätten die Anwälte noch Diskussionsbedarf. Grundsätzlich wird wohl viel davon abhängen, ob und wie die Angeklagten über ihre Taten aussagen. Die Einlassungen sollen am 14. März abgegeben werden.

Ob Einigung oder nicht – verhandelt wird, und das möglicherweise lange. Am Freitag steht der dritte Tag an, insgesamt sind bis zum 14. Juni 27 Prozesstage angesetzt. Bisher sind an die 50 Zeugen geladen, das erste halbe Dutzend für Freitag.