Vorwurf der Gefälligkeit Eklat um Bauland in Delmenhorst-Hasbergen

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Ein Haus steht bereits auf dem Gelände des ehemaligen Hasberger Dorfkrugs. Foto: Melanie HohmannEin Haus steht bereits auf dem Gelände des ehemaligen Hasberger Dorfkrugs. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Wenn es um Bauland in Hasbergen geht, dann wird es meist strittig – und mitunter auch eskalierend. Jetzt geriet Ratsfrau Sassen mit Stadtplaner Ihm heftigst aneinander.

Im anhaltenden Konflikt um Bauland in Hasbergen ist es im Planungsausschuss des Stadtrates zu einem Eklat gekommen: Die Beratungen über die Ausnutzung des ehemaligen Dorfkrug-Geländes gipfelten in dem Vorwurf möglicher Gefälligkeiten der Verwaltung gegenüber dem Grundstückseigentümer. Stadtplaner Ulrich Ihm verwahrte sich vehement in aller Deutlichkeit gegen entsprechende persönlich formulierte Kritik von Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum).

Sitzungsunterbrechung

Nach dieser Eskalation nahm der Ausschuss eine Entscheidung über die Dorfkrug-Bauplätze auf Antrag der SPD und nach einer Sitzungsunterbrechung von der Tagesordnung. Zunächst soll jetzt der Dorfrat Hasbergen gehört werden und eine Richtung vorgeben. Er tagt am kommenden Mittwoch, 28. Februar, öffentlich ab 18 Uhr im Feuerwehrhaus an der Bungerhofer Straße.

Darum geht es

Darum geht es: Der ehemalige Gastronomiestandort wird nach geltendem Planungsrecht in Wohnbauland umgewandelt. Ein erstes Einfamilienhaus steht bereits. Die Frage ist nur, wie stark sollte das restliche Areal in dem dörflichen Umfeld ausgenutzt werden und wie viele Häuser sind an dieser Stelle verträglich. Planer Ihm erläuterte, dass der Eigentümer ursprünglich sechs Bauplätze für Doppelhäuser verkaufen wollte, „weil das mehr Geld einbringt“. Die Verwaltung jedoch will nur vier Einfamilienhäuser zulassen mit entsprechend geringerem Verkaufserlös für den Eigentümer. Gleichwohl sei diese Planung „ein üppiges Entgegenkommen der Stadt“. Sie hätte auch auf nur zwei Bauplätze beharren können. Zum Knackpunkt im Ausschuss geriet die Frage des Bauens in der dritten Reihe: Ihm hatte zuvor sehr deutlich eine Doppelhaus-Bebauung in dritter Reihe (von der Hasberger Dorfstraße aus gesehen) abgelehnt, weil dies eine „zu große Verdichtung in Dorflage“ bedeuten würde und auch Probleme bei der Feuerwehrzufahrt gäbe. Bei der Stadt-Variante mit den vier Einzelhäusern ist jedoch das vierte Haus ebenfalls in dritter Reihe geplant. Dies brachte Ratsfrau Sassen auf den Plan, die sich in direkter Ansprache an Ihm zu der Frage hinreißen ließ, ob „Sie nett sein wollten gegenüber dem Eigentümer?“. Darüber echauffierte sich der Stadtplaner mit kräftiger Stimme unmissverständlich: „Ich muss zu überhaupt niemandem nett sein, Frau Sassen. Wenn hier jetzt keiner eingreift, dann mach ich das! Ich verwahre mich gegen solche Unterstellungen!“. Was folgte, war besagte Sitzungsunterbrechung und Vertagung. Ihm bekräftigte, dass bis 7. März eine Entscheidung fallen müsse, weil sonst „die Bauvoranfrage durch ist“.

Noch mehr Bauland Thema

Neben diesem Streit ging es um weiteres Bauland in Hasbergen: Einstimmig folgte der Ausschuss der städtischen Bewertung, dass dem Wunsch nach weiteren Bauplätzen an der Schohasberger Straße nicht entsprochen werden soll. Begründung: Dies würde die Landschaft zersiedeln. Und im kommenden Ortsrat Hasbergen geht es ein weiteres Mal um die strittigen Baugrundstücke Am Südfeld. Unabhängigen-Ratsherr Uwe Dähne will per Antrag versuchen, den schon beschlossenen Bebauungsplan nachträglich zu stoppen. Laut Dähne hat der Bürgerarbeitskreis an dieser Stelle keinen Bedarf gesehen und außerdem würde eine Bebauung womöglich weitere ähnliche Bauwünsche am Südfeld auslösen.


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