Landgericht bestätigt Urteil Drohungen und Beleidigungen kosten Delmenmhorster 750 Euro

Von Ole Rosenbohm

Weil er Sicherheitsdienstmitarbeiter des Jobcenters beleidigt und bedroht hatte, muss ein 40-jähriger Delmenhorster 50 Tagessätze Geldstrafe bezahlen. Mit dem Urteil bestätigte das Landgericht Oldenburg am Dienstag eine Entscheidung des Delmenhorster Amtsgerichts. Symbolfoto: Thomas DeekenWeil er Sicherheitsdienstmitarbeiter des Jobcenters beleidigt und bedroht hatte, muss ein 40-jähriger Delmenhorster 50 Tagessätze Geldstrafe bezahlen. Mit dem Urteil bestätigte das Landgericht Oldenburg am Dienstag eine Entscheidung des Delmenhorster Amtsgerichts. Symbolfoto: Thomas Deeken

Delmenhorst/Oldenburg. Weil er Sicherheitsdienstmitarbeiter des Jobcenters beleidigt und bedroht hatte, muss ein 40-jähriger Delmenhorster 50 Tagessätze Geldstrafe bezahlen. Mit dem Urteil bestätigte das Landgericht Oldenburg am Dienstag eine Entscheidung des Delmenhorster Amtsgerichts.

Der Mann fühlt sich ungerecht behandelt. Morgens habe er eine Nummer im Jobcenter gezogen, aber angesichts der über 20 Klienten vor ihm nicht gewartet, sondern einen anderen Termin dazwischengeschoben. Als er wieder erschien, war seine Nummer bereits aufgerufen worden. Beim zweiten Mal sei er zwar pünktlich gewesen, die Sicherheitsleute hätten ihn nur nicht mehr ins Gebäude gelassen. Dabei sei es erst 11.30 Uhr gewesen.

Nein, es war kurz nach 12 Uhr, beharrte der Zeuge des Sicherheitsservice und verwies auf eine klare Regel: Wer nach 12 Uhr vor der Tür steht, kommt nicht mehr rein.

2,29 Promille festgestellt

Der Angeklagte war überhaupt nicht einverstanden. Er schimpfte, beleidigte, drohte mit einer Fahrradkette: „Ich warte, bis du Feierabend hast, dann bring ich dich um“, soll er gerufen haben. Inzwischen war der Mann, der gerade eine stationäre Alkoholentgiftung hinter sich gebracht hat, stark betrunken – 2,29 Promille wurden später bei ihm festgestellt.

Die Security rief die Polizei, die riet, den Mann zwecks Personalienüberprüfung das nächste Mal festzuhalten.

Das geschah wenig später, als die beiden Mitarbeiter den Angeklagten in der Nähe des Geländes ausmachten. Sie stellten ihn, einer riss ihn vom Fahrrad. Die Polizei kam, verhaftete den Mann.

Job und Führerschein verloren

Die Beleidigungen gab der Angeklagte vor Gericht zu, die Drohungen nicht. Zudem verwies er auf die Härte, mit der der Sicherheitsdienst vorgegangen sei.

Es half nichts. Auch wenn es für ihn „unglücklich gelaufen“ sei, sagte der Richter: Letztlich hätte er sich seinen Frust selber aufgeladen.

Die Verurteilung ist seine achte seit 2012. Kurz davor hatte ihn seine Familie verlassen, er verlor Job und Führerschein, glitt in Alkohol- und Drogenabhängigkeit ab. Jetzt versucht er, wieder Boden unter die Füße zu bekommen, muss aber noch Strafen abbezahlen. Die Aktion am Jobcenter kostet ihn 750 Euro.