dk-Umfrage zu Reformationstag Am Feiertag scheiden sich in Delmenhorst die Geister

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Die Diskussion über einen zusätzlichen Feiertag für Niedersachsen wird auch in Delmenhorst angeregt geführt. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/ dpaDie Diskussion über einen zusätzlichen Feiertag für Niedersachsen wird auch in Delmenhorst angeregt geführt. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/ dpa

Delmenhorst. Falls der niedersächsische Landtag im April für einen arbeitsfreien Reformationstag stimmt, stößt das in Delmenhorst nicht nur auf Freude. Kritik übt vor allem die Wirtschaft.

Die Pläne für einen neuen Feiertag in Niedersachsen, über die der Landtag im April abstimmen soll, stoßen in Delmenhorst auf einige Zustimmung – bei der Wahl des Datums besteht hingegen weniger Einigkeit. Das zeigt eine nicht repräsentative dk-Umfrage bei Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft und Religionsgemeinschaften.

Wirtschaft warnt vor Kosten

Kritik am zusätzlichen Feiertag kommt vor allem aus Handel und Handwerk, die auf die Kosten verweisen. „Diese Mehrkosten zahlt letztlich der Kunde“, warnt Hartmut Günnemann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Aus Mitarbeitersicht freue ihn der arbeitsfreie Tag, ergänzt Kaufleute-Sprecher Christian Wüstner, aber als Unternehmer müsse er die Kosten im Blick behalten, um auch weiter die Löhne zahlen zu können.

Katholische Kritik am Reformationstag

Der von der SPD-/CDU-Landesregierung favorisierte Reformationstag am 31. Oktober kommt vor allem bei Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer gut an. Kritik einiger prominenter Katholiken am „Kirchenspaltungs-Tag“ weist er zurück: „Das hat mich enttäuscht, solche Äußerungen hatten wir nach so vielen Jahren Ökumene doch längst hinter uns gelassen.“ Martin Luther habe die Kirche, die mit den Ängsten der Menschen Missbrauch betrieb, reformieren, aber nicht spalten wollen. Der Reformator spiele auch für die katholische Kirche durchaus eine Rolle, bestätigt der katholische Pfarrer em. Josef Nieberding, gibt als neuem Feiertag aber trotzdem dem Buß- und Bettag den Vorzug.

Frauentag als Alternative

Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann zitiert indes die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsens, die den Frauentag am 8. März wählen würde, „als starkes Zeichen zur richtigen Zeit für ein geschlechtergerechtes Niedersachsen“.

Gemeinsames Gespräch angeregt

Ein gemeinsames Gespräch der Religionsgemeinschaften über den Feiertag regt Pedro Benjamin Becerra von der Jüdischen Gemeinde an. Die Erinnerungskultur an die Schoah sei wichtig, das müsse aber nicht als Feiertag umgesetzt werden.


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